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Selbstvorsorge: Was jede und jeder Einzelne tun kann
Sandsäcke können vor Wassereinbrüchen schützen.© Pitopia / Karin JähneDer völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit verbundene Energiekrise haben Themen des Bevölkerungsschutzes eine neue Aufmerksamkeit beschert. Insbesondere Energiemangellagen und ihre Folgen sind in den Fokus der öffentlichen Debatte geraten. Aber auch Hochwasser, Großbrände oder Gefahrstoffaustritte können besondere Maßnahmen erfordern. Bei einigen Bürgerinnen und Bürgern führt dies zu Verunsicherung. Um dem entgegenzuwirken, werden an dieser Stelle hilfreiche Informationen für Ausnahmesituationen verschiedener Art bereitgestellt. Denn jede und jeder Einzelne kann viel tun, um für den Ernstfall vorzusorgen.
Unter dem Motto "Für alle Fälle vorbereitet" stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) auch eine Videoreihe zu diesem Thema zur Verfügung: Für alle Fälle kurz erklärt: Wie schützt man sich? - YouTube.
Notfallbroschüre
Dezernentin Nicole Streitz mit Notfallbroschüren, die 2020 an alle Haushalte verteilt worden und weiterhin in den Rathäusern erhältlich sind.© Landkreis Stade / Christian SchmidtDas Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat eine Broschüre mit Hinweisen zum richtigen Verhalten im Katastrophenfall sowie praktischen Tipps und Checklisten zur Selbstvorsorge veröffentlicht. Der Landkreis Stade hat diese Broschüre an alle Haushalte verteilen lassen. Exemplare werden im Kreishaus und in den Rathäusern bereitgehalten. Außerdem kann die Broschüre hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Hier gibt es zudem einen neuen Ratgeber zur Krisenvorsorge: Ratgeber: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen - BBK.
Sirenensignale
Sirenen können im Landkreis Stade flächendeckend zur Alarmierung von Einsatzkräften und zur Warnung der Bevölkerung genutzt werden. Die verschiedenen Sirenensignale haben spezifische Bedeutungen.
Die Sirenensignale und ihre Bedeutung.© Landkreis Stade / Icon Mediendesign / Birgit Hennig
Zu den Grafiken gibt es auch Übersetzungen in russischer und ukrainischer Sprache.
Über Warnmittel wird auch in diesem Video informiert.
Weitere Informationen
Im Ernstfall bedeutet das einminütige Sirenensignal "Alarm" für den Bürger:
- Radio einschalten und auf Durchsagen achten!
Durch die Rundfunkdurchsage wird die Bevölkerung im Ernstfall darüber informiert, was passiert und welches Gebiet betroffen ist. Gleichzeitig wird mitgeteilt, wie man sich verhalten soll, um sich vor der drohenden Gefahr zu schützen. Durchsagen, die das Gebiet des Landkreises Stade betreffen, sind zu hören über die in Niedersachsen empfangbaren Radiosender, wie zum Beispiel NDR 1 - Radio Niedersachsen, NDR 2, NDR Info, NDR 90,3, Antenne Niedersachsen und Radio ffn.
Folgende Verhaltensweisen gelten in fast jedem Alarmfall und sollten daher nach Möglichkeit von der Bevölkerung beachtet werden.
Wenn das Sirenensignal im Ernstfall ertönt, sofort
- Rundfunkgeräte einschalten und auf Durchsagen achten.
- Fenster und Türen sowie eventuell, auch Gashähne schließen.
- Lüftungs- und Klimaanlagen ausschalten.
- Nachbarn und ausländische Mitbürger verständigen.
- Kinder ins Haus holen.
- Behinderten und alten Menschen helfen.
- Passanten aufnehmen.
- auf Lautsprecherdurchsagen achten; Anweisungen von Polizei oder Feuerwehr befolgen.
- Telefonverbindungen zu Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Behörden nicht durch Rückfragen blockieren.
- bei Beeinträchtigungen durch Rauch oder Gase nasse Tücher vor Mund und Nase halten. Bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen Kontakt mit Hausarzt oder dem ärztlichen Notdienst aufnehmen.
- Das Haus nicht verlassen! Es bietet mehr Schutz und Sicherheit als eine Flucht.
Falls man unterwegs ist:
- dem betroffenen Gebiet fernbleiben oder es verlassen (falls möglich),
- Autofenster schließen,
- Lüftung und Heizung abstellen,
- falls möglich ein Gebäude oder anderen Deckungsschutz suchen.
Entwarnung wird über Radio und eventuell zusätzlich über Lautsprecher gegeben.
Auf keinen Fall dürfen Telefonleitungen zur Feuerwehr, Polizei und zum Rettungsdienst mit Rückfragen blockiert werden. Die Notrufe 110 und 112 sind nur für echte Notfälle gedacht. Durch unnötige Nachfragen über diese Leitungen besteht die Gefahr, dass wirklich dringende Notrufe nicht rechtzeitig bei der Polizei und in der Rettungsleitstelle angenommen werden können.
Warn-App Nina
Die Kreisverwaltung empfiehlt ausdrücklich Download und Nutzung der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz Nina. Damit erhalten Interessierte wichtige Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für unterschiedliche Gefahrenlagen wie zum Beispiel Gefahrstoffausbreitungen oder einen Großbrand. Wetterwarnungen und Hochwasserinformationen sind ebenfalls in die Warn-App integriert. Nutzer können Gebiete und Orte abonnieren, für die sie gewarnt werden möchten: Landkreise, Gemeinden oder Umkreise von neun und einem Quadratkilometer um einen frei wählbaren Ort sind möglich. Auf Wunsch warnt Nina auch für den stets aktuellen Standort. In der Warn-App werden außerdem aktuelle und hilfreiche Informationen zur Corona-Pandemie veröffentlicht – wie lokal geltende Regelungen und Allgemeinverfügungen.
Weitere Informationen dazu gibt es hier: Warn-App NINA - BBK (bund.de)
In diesem Video wird die App Nina erklärt.
Ganz neu ist in Deutschland das System Cell Broadcast: Dieses System kann genutzt werden, um Warnmeldungen an alle dafür eingerichteten und empfangsbereiten, in einem bestimmten Abschnitt des Mobilfunknetzes befindlichen Mobilfunkendgeräte (Smartphone und konventionelles Handy) zu versenden.
Indikatoren zur Sicherheit der Gasversorgung
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat ein Indikatorenset zur Bewertung der Gasversorgungssicherheitslage veröffentlicht. Dies war auch von der Expertenkommission Gas und Wärme vorgeschlagen worden. Die Bewertung erfolgt dabei anhand von fünf Indikatoren:
- Temperaturprognose für die kommenden sieben Tage
- Temperaturbereinigter Gasverbrauch
- Speicherfüllstände
- Situation in den Nachbarländern
- Beschaffung Regelenergie
Die Indikatoren bewerten die Gasversorgung für den Winter 2022/23 und werden jeweils in die Kategorien stabil, angespannt und kritisch eingeordnet. Nach Angaben der BNetzA dienen sie als Anhaltspunkte für die Lagebewertung im Rahmen des Notfallplans Gas, definieren jedoch nicht, wann die Notfallstufe ausgerufen werden sollte. Zudem sind sie nicht geeignet zur Abbildung lokaler Gasengpässe.
Die Indikatoren werden regelmäßig aktualisiert auf der Website der Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de/aktuelle-gasversorgung. Dort sind neben den Indikatoren auch die wichtigsten Daten zu Lastflüssen, Speicherfüllständen, Gasverbrauch und Preisentwicklung in interaktiven Grafiken in einem Lagebericht zur Gasversorgung dargestellt.
Sicheres Heizen
Schornsteinfegerhandwerk und Feuerwehren starten eine Aufklärungskampagne zum Thema "Sicher Heizen". Steigende Energiepreise und eine drohende Gasmangellage verunsichern zurzeit viele Menschen: Was soll ich tun, wenn das Gas ausbleibt? Wie kann ich mich vorbereiten? Kann ich meinen alten Kaminofen wieder anschließen? Hier gibt es weitere Informationen.
Sparsames Heizen
Tipps, um sparsam zu heizen
- Lassen Sie Terrassen-/Balkontüren und Fenster nicht dauerhaft auf „kipp“, schon gar nicht bei eingeschalteten Heizkörpern. So bleibt die Wärme im Raum und geht nicht verloren. Auch, wenn Sie sparsam sein möchten, sollten Sie in der kalten Jahreszeit niemals die Heizkörper gänzlich abschalten, denn dann kühlen die Räume aus und es besteht die Gefahr einer Schimmelbildung, auch kostet das Wiederaufheizen sehr viel Energie. Auf Stufe 2 oder 3 werden die Räume ausreichend und zugleich sparsam beheizt.
- Bei geöffnetem Fenster kühlt der Raum ab. Wenn dabei der Heizkörper im Raum eingeschaltet ist, erkennt der Thermostat die Temperaturveränderung und erhöht automatisch die Heizwärme, welche wiederum durch das Fenster weiterhin verloren geht. So entsteht ein Kreislauf purer Verschwendung. Schalten Sie daher beim Lüften die Heizkörper ab.
- Stellen Sie alle Heizkörper auf dieselbe Stufe, nur dann erfolgt die Wärmeverteilung in den Leitungen gleichmäßig und effizient.
- Halten Sie die Heizkörper sauber! Staubablagerungen wirken wie eine Isolationsschicht und sorgen dafür, dass die Heizwärme nicht in den Raum entweichen kann.
- Ein Thermostat muss nicht gleich eine ganze Stufe höhergestellt werden, dann wird es vielleicht auch schnell zu warm, sodass man wieder lüftet. Nehmen Sie nur kleine Einstellungen vor – jeder Strich auf der Skala bedeutet 1° C. Somit reichen eine paar Grad vielleicht schon aus.
- Entlüften Sie ihre Heizkörper vor dem Winter. Luftblasen in den Leitungen erschweren den Wärmetransport und erhöhen somit den Energiebedarf.
- Halten Sie Zimmertüren stets geschlossen – so geht die Wärme nicht verloren und die Temperatur bleibt konstant oder kann sich erhöhen, ohne zusätzlich heizen zu müssen.
- Zum Lüften 2 bis 3 täglich alle Fenster öffnen, Heizkörper abschalten, nach ca. 10 min. wieder Fenster schließen und Heizungen an – jedoch maximal auf Stufe 3, dies ist vollkommen ausreichend.
- Prüfen Sie, ob Ihre Fenster und Außentüren wirklich dicht abschließen. Legen Sie hierzu im geöffneten Zustand ein Blatt Papier zwischen Rahmen und Tür/Fenster und schließen sie dies dann. Wenn Sie das Blatt dann herausziehen können, ist es nicht dicht genug. In diesem Fall kann Dichtungsband helfen. Testen Sie dies ruhig an mehreren Stellen Ihrer Türen und Fenster.
- Halten Sie die Heizkörper und auch die Thermostaten immer frei, auch von Möbeln und Vorhängen. Nur so kann der Thermostat die Raumtemperatur richtig erkennen und die Wärme des Heizkörpers vernünftig im Raum verteilt werden,
- Stellen Sie den Thermostaten am Heizkörper nicht auf Stufe 5. Auch wenn Sie frieren – auf Stufe 3 wird der Raum ebenfalls vernünftig geheizt, und es spart eine Menge Energie. Sollten Sie dennoch frieren, versuchen Sie es doch mal mit einem kuscheligen Pullover oder Ihrer Lieblingskuscheldecke.
- Stellen Sie die Raumtemperatur um 1 bis 2 ° C hinunter. Den Unterschied spüren Sie kaum, doch es spart bereits eine Menge ein!
- Investieren Sie in moderne Thermostate. Diese regulieren die Heizwärme in der Regel effektiver und sparsamer als alte Geräte.
- Nutzen Sie eine Nachtabsenkung und programmierbare Thermostate. Zum Beispiel kann die Temperatur in der Nacht problemlos um 3 bis 5° C abgesenkt werden. Auch, wenn Sie tagsüber oder längerfristig nicht zuhause sind, sind Raumtemperaturen von ca. 15 bis 18° C vollkommen ausreichend. Auch, wenn Sie sich in bestimmten Räumen nicht dauerhaft aufhalten (z. B. Hobbyzimmer, Partykeller, Flur, Schlafzimmer, Arbeitszimmer usw.) kann dort die Temperatur problemlos um 1 bis 3° C gesenkt werden (Stufe 2). Auch beispielsweise eine Garage oder Gartenhäuschen muss nicht durchgehend geheizt werden.
- Ziehen Sie tagsüber, ohne die Thermostaten zu verdecken, Gardinen und Vorhänge auf, öffnen Sie Rollläden und Jalousien, nutzen Sie Licht und Wärme der Sonne!
Nachts können Sie diese schließen, sie halten die Wärme im Raum.
- Wenn Sie einen Ofen oder Kamin haben, bevorraten Sie jetzt Feuerholz und nutzen Sie es anstelle oder kombiniert mit Ihrer Heizung.
- Nutzen Sie bitte keine Elektro-Heizungen oder elektrische Heizlüfter, diese verbrauchen extrem viel Strom!
- Nutzen Sie den Sommer- und Winterbetrieb Ihrer Heizungsanlage!
- ACHTUNG: Nutzen Sie keinesfalls Gaskocher oder Gasheizlüfter in der Wohnung! Das Gas verbrennt dabei unvollständig, d. h. es befinden sich dann entzündliche und hochgiftige Gase in Ihrer Wohnung – es besteht Lebensgefahr! Verzichten Sie ebenfalls unbedingt auf Wärmeerzeugung/Essenszubereitung durch einen Grill oder eine Feuerschale in der Wohnung, auch dabei werden hochgiftige Gase freigesetzt, die tödlich wirken! Auch ein offenes Fenster verhindert die Gefährdung nicht!
- Verwenden Sie ausschließlich Öfen oder Kamine, die ordnungsgemäß an den Schornstein angeschlossen sind und von einem Schornsteinfeger überprüft und freigegeben wurden! Auch hier kann ansonsten eine Lebensgefahr bestehen!
- Eine Kerze, eine Kuscheldecke und ein großes Kissen schaffen auch schon viel Wärme – machen Sie es sich gemütlich!
- Ein Tipp bei hoher Zimmerdecke: Warme Luft steigt immer nach oben, ein Raum muss daher lange geheizt werden, bis die Wärme unten beim Menschen ankommt. Stellen Sie einen Ventilator auf den Boden und richten Sie ihn zur Zimmerdecke – dadurch wird die oben hängende warme Luft heruntergedrückt und Sie sparen sehr viel Energie!
Strom sparen
- Verwenden Sie Zeitschaltuhren und abschaltbare Mehrfachsteckdosen für Ihre Elektrogeräte. Auch Bewegungsmelder mit Zeitabschaltung in Fluren oder für die Außenbeleuchtung haben sich mehrfach bewährt.
- Investieren Sie – egal ob Kühlschrank, Fernseher oder Radiowecker – moderne Geräte arbeiten sparsamer als alte Geräte.
- Trennen Sie nicht genutzte Ladegeräte (z. B. von Handy oder Tablet) vom Stromnetz. Für alle elektrischen Geräte gilt: Was in der Steckdose eingesteckt ist, verbraucht Strom, auch wenn das Gerät abgeschaltet ist. Zudem stellen Ladegeräte durch die offenliegenden Kontakte am Anschluss eine Verletzungs-/Lebens- und Brandgefahr dar, wenn Sie mit Strom versorgt werden.
- Auch Geräte wie Stehlampen, Schreibtischlampen, Computer, Drucker, Spielkonsolen, Fernseher, DVD-Player, Radios, Waschmaschinen und Wäschetrockner und andere werden immer nur zeitweise genutzt und verbrauchen auch bei Nichtnutzung oder im Standby-Modus eine Menge Strom – ziehen Sie den Stecker aus der Steckdose, wenn Sie die Geräte nicht nutzen, und verwenden Sie sie sparsam. Den Unterschied werden Sie schnell merken! Allerdings gibt es einige Geräte, bei denen eine dauerhafte Stromversorgung technisch notwendig ist. Schauen Sie dazu in der Gebrauchsanweisung nach. Dies gilt vor allem für Geräte, die dauerhaft mit dem Internet verbunden sind.
- Lassen Sie Radio und Fernsehen nicht im Hintergrund laufen. Schalten Sie dies nur ein, wenn Sie es tatsächlich nutzen möchten.
- Schalten Sie das Licht aus, wenn Sie einen Raum verlassen oder wenn Sie es nicht unbedingt brauchen! Nur mit Sonnenlicht mag es etwas dunkler sein, aber es reicht häufig trotzdem aus. Mit einer Kerze im Raum ist zudem die Atmosphäre viel schöner – aber achten Sie auf die Brandgefahr!
- Auch wenn es schwerfallen mag – seien Sie sparsam mit der Weihnachtsbeleuchtung oder lassen Sie sie ganz weg.
- Lassen Sie den Fernseher und die Spielkonsole doch einmal mal aus, machen Sie es sich mit einem guten Buch gemütlich, oder verbringen Sie den Abend bei einem Gesellschaftsspiel mit der Familie oder Ihren Freunden. Sie werden sehen, wie viel Spaß das macht!
- Waschen Sie Ihre Kleidung bei 30-40° C Wassertemperatur und benutzen Sie den Eco-Modus, auch beim Wäschetrockner (siehe unten). Dies reicht bei normaler Verschmutzung vollkommen aus und schont sogar Ihre Kleidung.
- Nutzen Sie einen Wäschetrockner nur, wenn es unbedingt nötig ist und Sie die Kleidung schnell brauchen. Wäsche kann gut an der Luft trocknen, auch an kalten Tagen. Nutzen Sie dann außerdem beim Waschen eine hohe Schleuderzahl. Dadurch ist die Wäsche im Anschluss weniger nass und trocknet schneller.
- Befüllen Sie Waschmaschine und Wäschetrockner gut, lassen Sie die Geräte nicht laufen, wenn sie nur zur Hälfte oder noch weniger befüllt sind. Achten Sie aber darauf, dass an das gesamte Geschirr noch Wasser zum Reinigen herankommen kann.
- Zumeist sind Geschirrspüler und Waschmaschine an die Kaltwasserleitung angeschlossen. Wenn möglich, schließen Sie sie stattdessen an die Warmwasserleitung an. So muss das Gerät das Wasser nicht erst erwärmen und Sie sparen eine Menge Strom ein, bis zu 20 % sind möglich.
Energiesparen: Tipps für die Küche
- Erhitzen Sie immer nur so viel Wasser, wie Sie tatsächlich brauchen. Auch ist ein Wasserkocher dabei viel sparsamer als ein Topf auf dem Herd.
- Kochen und braten Sie immer mit geschlossenem Deckel. Ohne Deckel geht über die Hälfte der Hitze aus dem Topf einfach verloren, obwohl man sie eigentlich nutzen kann. So sparen Sie nicht nur Strom, sondern auch Zeit!
- Nutzen Sie beim Kochen die Restwärme der Kochplatten. Wenn Sie diese abstellen, bleiben sie noch einige Zeit weiterhin heiß und kühlen erst später ab – ohne dabei Strom zu verbrauchen. Nutzen Sie diese Möglichkeit!
- Besorgen Sie sich das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) herausgegebene Kochbuch „Kochen ohne Strom“ und probieren Sie ein paar der leckeren Rezepte einfach mal aus – vielleicht ist ja auch was für den nächsten Campingausflug dabei!
- Bevorraten Sie Lebensmittel, die nicht kühl gelagert und ohne oder mit wenig Energieaufwand zubereitet werden müssen, wie z.B. Obst, Gemüse, Würstchen, Nudeln oder Konserven.
- Nutzen Sie, wenn möglich, einen Dampfgarer.
- Werfen Sie Speisereste nicht gleich in den Müll – auch aufgewärmtes vom Vortag kann sehr lecker sein! Auch lassen sich aus Kartoffeln vom Vortag leckere Bratkartoffeln machen – vielleicht mit Speck, Zwiebeln und Rührei dazu?
- Helfen Sie sich in der Nachbarschaft und im Freundeskreis gegenseitig! Wenn an einem Herd für viele gekocht wird, verbrauchen Sie dadurch am Ende weniger Strom, als wenn an vielen Herden für jeweils wenige Menschen gekocht wird. Außerdem ist es schön, endlich wieder mit anderen zusammenzusitzen. Probieren Sie es aus!
- Kochen Sie, anstatt zu backen. Der Herd verbraucht wesentlich weniger Energie als der Backofen.
- Wenn Sie backen, nutzen Sie statt Ober- und Unterhitze die Umluft-Funktion, diese erhitzt schneller und sparsamer. Auch können Sie sich ruhigen Gewissens das Vorheizen ersparen, denn auch dabei wird viel Energie aufgewendet, aber nicht genutzt.
- Auch die Dunstabzugshaube verbraucht viel Strom – vielleicht reicht es ja auch, stattdessen einfach ein Fenster zu öffnen.
- Ersparen Sie sich das Vorspülen von dreckigem Geschirr, die heutigen Geschirrspülern können das Geschirr für gewöhnlich auch bei stärkeren Verschmutzungen gut reinigen. So sparen Sie Wasser, Zeit und Mühe – genießen Sie stattdessen Ihren Feierabend.
- Stellen Sie die Temperatur im Kühlschrank nicht zu kalt ein. Im oberen Fach reichen 7° C aus, in den darunterliegenden Fächern wird es immer kühler. Die Temperatur um ein Grad zu verringern, bedeutet etwa 6 % mehr Stromverbrauch. Wenn Sie leicht verderbliche Waren, z. B. rohes Fleisch im Kühlschrank lagern, sollten Sie die Temperatur jedoch vorübergehend absenken.
- Halten Sie die Türen von Kühlschrank und Tiefkühlschrank immer nur kurz offen und öffnen Sie sie nicht mehrmals hintereinander. Andernfalls geht viel kalte Luft verloren, sodass das Gerät dann wieder viel Energie aufbringen muss.
- Tauen Sie Kühlschrank und Tiefkühlschrank regelmäßig ab.
- Befüllen Sie die Geschirrspüler (ebenso Waschmaschine und Wäschetrockner) gut, lassen Sie die Geräte nicht laufen, wenn sie nur zur Hälfte oder noch weniger befüllt sind. Achten Sie aber darauf, dass an das gesamte Geschirr noch Wasser zum Reinigen herankommen kann.
- Nutzen Sie bei Geschirrspüler und Waschmaschine sowie beim Wäschetrockner die Eco-Programme. Hierfür dauert der Vorgang zwar etwas länger, Sie sparen aber sehr viel Strom und Geschirr bzw. Wäsche werden trotzdem sauber bzw. trocken.
Energiesparen: Tipps fürs Badezimmer
- Verzichten Sie auf einen Föhn bzw. Haartrockner, dieser verbraucht sehr viel Strom.
- Vermeiden Sie, zu baden, duschen Sie stattdessen. Hierbei wird viel weniger Wasser (Energieerzeugung) verbraucht als bei einem Bad. Vor allem, wenn Sie einen sparsamen Duschkopf verwenden. Lassen Sie Wasser dabei nicht unnötig laufen und halten Sie die Zeit unter der Dusche kurz.
- Wenn Sie z.B. unter der Dusche Wasser laufen lassen, bis es warm wird, dann lassen Sie das kalte Wasser nicht einfach in den Abfluss laufen. Fangen Sie es auf, z. B. in einem Topf oder sauberen Eimer. Es ist normales, sauberes Leitungswasser und kann ohne weiteres noch zum Kochen, Trinken, Putzen, Blumen gießen oder die Körperhygiene genutzt werden. Sie werden kaum glauben, wie viel Wasser Sie dadurch einsparen können!
- Stellen Sie zum Duschen die Wassertemperatur etwas herunter. Ist vielleicht zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem, wenn Sie sonst heiß duschen (was übrigens nicht gut für die Haut ist) – aber Sie werden sehen, die Dusche ist dennoch angenehm und schon 1° C weniger verringert den Energiebedarf deutlich!
- Bei vielen reicht es, wenn Sie statt täglich nur 2-4x pro Woche duschen. Dies ist im Normalfall ausreichend und auch gesünder für die Haut. Dies gilt natürlich nicht, wenn Sie z. B. in Ihrem Beruf viel schwitzen oder in schmutziger Umgebung tätig sind. Achten Sie auf Hygiene – aber beschränken Sie sie auf das notwendige Maß.
- Nutzen Sie einen Zahnputzbecher!
- Lassen Sie beim Zähneputzen, Waschen, Duschen, Händewaschen, Rasieren etc. das Wasser nur dann laufen, wenn Sie es tatsächlich brauchen – und nutzen Sie dafür kaltes Wasser, es hat denselben Effekt.
- Informieren Sie sich auch in Ihrer Gemeinde/Stadt über Tipps und Hilfsangebote wie Wärmebusse oder Gemeinschaftsessen. Wenn nötig, verbringen Sie etwas Zeit bei Freunden oder Verwandten, die über eine Ölheizung, Fernwärmeversorgung o.ä. verfügen und weniger von der Gasversorgung abhängig sind. Seien Sie für Ihre Mitmenschen da.
Wie Sie sehen, lässt sich mit ganz einfachen Tricks im Alltag sehr viel einsparen, auch im Geldbeutel werden Sie den Unterschied spüren. Probieren Sie doch das eine oder andere einfach aus und helfen Sie so uns allen und auch sich selbst, die kommende Zeit gut zu überstehen.
Kampagne "Energiewechsel"
Kampagnenlogo "Energiewechsel".© BMWKDas Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat die Kampagne "Energiewechsel" gestartet.
Wir wollen unabhängig werden von fossiler Energie - für unsere Freiheit und unsere Sicherheit. Das schaffen wir, indem wir Energie sparen und erneuerbare Energien zügig ausbauen. Indem wir den Energiewechsel vollziehen und klimaneutral werden. Dafür gibt es eine doppelte Dringlichkeit: die sich verschärfende Klimakrise und der russische Angriffskrieg auf die Ukraine.
Das geht aber nur zusammen - mit den mehr als 80 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.
Um die Unterstützung zu erhöhen und Schwung in die Energiewende zu bekommen, hat das BMWK die breit angelegte Energiewechsel-Kampagne „80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel“ gestartet. Energiewechsel, weil es um den schnellen Wechsel der fossilen Energieträger zu den Erneuerbaren geht. Weg vom Kohlekraftwerk, hin zu Wind- und Sonnenkraft. Energiewechsel heißt aber auch: weg vom Intensiv-Verbrauch, hin zu Energieeinsparung und Energieeffizienz. Zu diesem Wechsel kann jede Bürgerin und jeder Bürger einen Beitrag leisten. Das BMWK geht mit dem Arbeitsplan Energieeffizienz (PDF, 349 KB) voran: Wir richten Förderangebote neu aus, mit Schwerpunkt auf die Sanierung bestehender Gebäude. Wir unterstützen den schnellen Umstieg bei Industrie, Gewerbe und Handel auf erneuerbare Energien und fördern grünen Wasserstoff. Wir heben gesetzliche Mindesteffizienzstandards an, novellieren das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und stärken Beratungsangebote zum Energiesparen.
Ziel der Kampagne ist es, die gesamte Gesellschaft zum Energiesparen zu aktivieren - von den Bürgerinnen und Bürgern, über Verbände und Unternehmen, bis hin zu den Kommunen. Die Kernbotschaft lautet: Jede gesparte Kilowattstunde Energie leistet einen Beitrag für unsere Unabhängigkeit, senkt den Kostendruck und hilft, unsere Klimaziele zu erreichen. Die Kampagne spricht daher unterschiedliche Bevölkerungsgruppen an, mit individuellen sowie praktischen Energiespar-Motiven und -Tipps für den Alltag. Immer dort, wo sich viele aufhalten: Auf digitalen Screens in Stadtzentren. Auf Newsseiten im Internet mit einer großen Reichweite sowie auf Bannern in den sozialen Netzwerken. Begleitet wird die Kampagne von Dialogmöglichkeiten (Telefon-Hotline, Veranstaltungsreihen, Stakeholder-Dialoge), Förderprogrammen und Energieberatungsangeboten.
Die Kampagne ist weit mehr als Information – sie trägt auch den Wettbewerbsgedanken ins Land, wer den Energiewechsel jetzt am schnellsten, nachhaltigsten und damit am vorbildlichsten voranbringt. Bis 2030 wollen wir in Deutschland 24 Prozent unseres Energieverbrauchs senken. Dafür haben wir uns in der EU verpflichtet, und dafür müssen wir gemeinsam besser und schneller werden.
Wenn sich alle in Deutschland lebenden Menschen beteiligen, wird das die Gemeinschaftsleistung, die wir jetzt brauchen. Packen wir es zusammen an!
Auf der Internetseite zur Kampagne gibt es diverse Rubriken mit spezifischen Tipps:
- Warmwasser
- Kochen, Trocknen, Bügeln
- Haushaltsgeräte
- Hilfe vom Handwerk
- Mittelfristig sparen
- Langfristig sparen
- Tipps für Unternehmen
Auch über Förderprogramme wird informiert.
Sicherer Advent
Tipps der Feuerwehr zur Sicherheit in der Adventszeit
Ein brennender Adventskranz.© Deutscher Feuerwehrverband / Holger BauerFlackernde Lichter verbreiten in der dunklen Jahreszeit besinnliche Stimmung in der Wohnung. Wenn jedoch aus dem romantischen Kerzenschein ein richtiges Feuer wird, ist es ganz schnell aus mit der Besinnlichkeit. Die Feuerwehren appellieren an die Umsicht der Bürger, Feuergefahren zu minimieren: „Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland in der Adventszeit zahlreiche folgenschwere Brände, die durch den sorgsameren Umgang mit Kerzen vermieden werden könnten“, erklärt Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).
Die Feuerwehren in Deutschland informieren zu diesem ersten Adventswochenende über die Brandrisiken in der Vorweihnachtszeit. „Unachtsamkeit etwa beim Umgang mit dem Adventskranz ist in dieser Zeit eine der häufigsten Ursachen für Wohnungsbrände“, sagt Hachemer.
Sieben einfache Tipps der Feuerwehr helfen, Brände zu verhindern:
- Kerzen gehören immer in eine standfeste, nicht brennbare Halterung.
- Stellen Sie Kerzen nicht in der Nähe von brennbaren Gegenständen oder an einem Ort mit starker Zugluft auf.
- Lassen Sie Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen!
- Löschen Sie Kerzen an Adventskränzen und Gestecken rechtzeitig, bevor sie ganz heruntergebrannt sind.
- Tannengrün trocknet mit der Zeit aus und ist dann umso leichter entflammbar – ziehen Sie solche Brandfallen rechtzeitig aus dem Verkehr.
- In Haushalten mit Kindern sind elektrische Kerzen ratsam. Diese sollten den VDE-Bestimmungen entsprechen.
- Achten Sie bei elektrischen Lichterketten – etwa auf dem Balkon – darauf, dass Steckdosen nicht überlastet werden. Idealerweise sollten auch elektrische Lichterketten nicht in Ihrer Abwesenheit leuchten.
Sicheres Weihnachtsfest
Feuerwehr gibt zehn Tipps für ein sicheres Weihnachtsfest
So bleibt die Feier von bösen Überraschungen verschont© Deutscher FeuerwehrverbandGemütlich, entspannt, sicher: „Wir wünschen allen Menschen in Deutschland ein gutes Weihnachtsfest ohne böse Überraschungen“, sagt Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Der Fachverband gibt zehn Tipps für eine sichere Weihnachtszeit:
- Lassen Sie Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen! Lassen Sie vor allem Kinder oder Tiere nicht mit offener Flamme alleine. Unachtsamkeit ist die Brandursache Nummer eins!
- Auch wenn man sie häufiger als sonst verwendet und griffbereit haben möchte: Bewahren Sie Streichhölzer und Feuerzeuge an einem kindersicheren Platz auf.
- Stellen Sie Kerzen nicht in der Nähe von brennbaren Gegenständen (Geschenkpapier, Vorhang) auf. Auch beim Lüften sollte der Standort der Kerzen sicher sein.
- Kerzen gehören immer in eine standfeste, nicht brennbare Halterung.
- Entzünden Sie Kerzen am Weihnachtsbaum von oben nach unten; löschen Sie sie in umgekehrter Reihenfolge ab. Arbeiten Sie vor allem aufmerksam, wenn Sie den Baum mit echten Kerzen bestücken – nicht, dass aus Gemütlichkeit dann Panik wird.
- Löschen Sie Kerzen an Adventskränzen und am Weihnachtsbaum rechtzeitig, bevor sie heruntergebrannt sind: Tannengrün trocknet mit der Zeit aus und wird zur Brandgefahr.
- Wenn Sie echte Kerzen entzünden, stellen Sie ein entsprechendes Löschmittel (Wassereimer, Feuerlöscher, Feuerlöschspray) bereit.
- Achten Sie bei elektrischen Lichterketten darauf, dass Steckdosen nicht überlastet werden. Die elektrischen Kerzen sollten ein Prüfsiegel tragen, das den VDE-Bestimmungen entspricht.
- Wenn es brennt, versuchen Sie nur dann die Flammen zu löschen, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist. Ansonsten schließen Sie möglichst die Tür zum Brandraum, verlassen (mit Ihrer Familie) die Wohnung und alarmieren die Feuerwehr mit dem Notruf 112.
- Rauchwarnmelder in der Wohnung verringern das Risiko der unbemerkten Brandausbreitung enorm, indem sie rechtzeitig Alarm geben. Die kleinen Lebensretter gibt es günstig im Fachhandel oder beim Versandhaus des Deutschen Feuerwehrverbandes (www.feuerwehrversand.de).
Sichere Wintertage
Feuerwehrverband gibt Tipps für sichere Wintertage
Schneeglätte (Symbolfoto)© Landkreis Stade / Daniel BenekeKnackige Kälte, Schneefall, eisiger Wind: Deutschland erlebt derzeit winterliches Wetter. Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), gibt daher Tipps zum sicheren Alltag im Winter:
- Meiden Sie bei hohem Schneefall Wälder und Alleen. Instabile Bäume und herabfallende Äste sind nicht nur während, sondern auch nach dem Unwetter gefährlich!
- Rechnen Sie in Höhenlagen oder exponierten Bereichen mit Windbruch, auch durch morschen Baumbestand.
- Stellen Sie sich auf gefrierenden Regen ein – ob mit Rad, Auto oder zu Fuß ist die nötige Vorsicht geboten!
- Nehmen Sie örtliche Warnhinweise ernst.
- Betreten Sie nur freigegebene Eisflächen. Für die Freigabe sind die örtlichen Behörden zuständig.
- Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt: nicht betreten. Wenn Sie bereits auf dem Eis sind: Flach hinlegen, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen, zum Ufer robben (möglichst wenig ruckartige Bewegungen).
- Vorsicht ist nicht nur bei fließendem Gewässer, verschneiter Oberfläche und bewachsenem Ufer geboten; auch an Ein- und Ausflüssen kann die Eisdicke plötzlich abnehmen. Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis zu dünn sein – hier droht Einbruchgefahr!
- Rufen Sie im Unglücksfall sofort über den Notruf 112 Hilfe oder organisieren Sie, dass jemand einen Notruf absetzt! Vor allem bei unübersichtlichem Gelände kann ein Einweiser an einer verabredeten Stelle die Anfahrt der Rettungskräfte erleichtern. Gekennzeichnete Rettungspunkte machen der Feuerwehr das Auffinden einfacher.
Weitere Informationen des Deutschen Feuerwehrverbandes gibt es online (www.feuerwehrverband.de/wintergefahren/).
Tipps zur Brandprävention im Winter
Ein brennender Weihnachtsbaum.© Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein / Holger BauerFeuerwehrverband, Schornsteinfeger und Initiative „Rauchmelder retten Leben“ warnen vor erhöhten Gefahren aufgrund von Energiesparmaßnahmen.
Mit der Adventszeit steigt auch das Brandrisiko wieder deutlich an. Am häufigsten gehen Adventskränze und Tannenbäume in Flammen auf, aber auch Lichterketten und gefährliche Heizexperimente sorgen aktuell für mehr Brände. Fachleute vom Schornsteinfegerhandwerk, der Feuerwehr und „Rauchmelder retten Leben“ geben Verbrauchern Hinweise zur Brandprävention:
Tipp 1: Öfen und Schornsteine prüfen – Brandgefahr und tödliches Kohlenmonoxid
„Auch wenn die Versuchung groß ist, lange nicht mehr genutzte Öfen einfach so in Betrieb zu nehmen, um Heizkosten zu sparen: Hier ist die Prüfung durch den Schornsteinfeger lebenswichtig! Denn neben der Brandgefahr durch Ablagerungen im Schornstein droht eine lebensgefährliche Kohlenmonoxid-Vergiftung durch verstopfte Schornsteine oder Rohre, beispielsweise weil Vögel darin genistet haben“, erklärt Andreas Walburg vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) und rät dringend zur Vorsicht.
Tipp 2: Heizpilze, Katalytöfen und Kerzen nicht zum Heizen in Wohnräumen verwenden
„Gasbetriebene Heizpilze und Katalytöfen gehören nicht zum Heizen ins Haus oder die Wohnung, sondern unbedingt nach draußen auf die Terrasse“, sagt Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und ergänzt: „Ebenso ungeeignet und auch teurer sind Kerzen als Ersatz für die Heizung oder elektrisches Licht. Kerzenlicht ist gerade in dieser Jahreszeit zwar besonders schön, aber brandgefährlich. Wer Teelichter verwendet, sollte sie auf keinen Fall zu eng aneinanderstellen oder unbeobachtet lassen.“
Tipp 3: Lichterketten statt echter Kerzen – aber Vorsicht vor Überhitzung
Einen wertvollen Tipp zur Brandprävention hat auch Norbert Schaaf von der Initiative „Rauchmelder retten Leben“: „Beim Tannenbaum sollten Verbraucher lieber auf echte Kerzen verzichten und stattdessen elektrische Lichterketten wählen. Hier darf dann auch gern Strom gespart werden, denn Lichterketten können überhitzen. Sie sollten daher nicht allzu lange brennen oder unbeaufsichtigt sein.“
Sicherheitstipps zum Jahreswechsel
Böllerrest in der Regengosse© Pitopia, SKatzenberger, 2013Brennende Balkone, Wohnungen oder gar Häuser, Rettungsdiensteinsätze und witterungsbedingte Unfälle: Einer Million Feuerwehrangehörigen in Deutschland steht zu Silvester die arbeitsreichste Nacht des Jahres bevor. „Helfen Sie mit: Jede Verletzung, die vermieden werden kann, entlastet den Rettungsdienst, der vor allem in Großstädten oft übermäßig gefordert ist“, appelliert Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).
Häufig werden Verletzungen und Brände durch den unachtsamen Umgang mit Feuerwerkskörpern verursacht. Nicht geprüfte Knallkörper, illegal eingeführt oder auch selbst gebastelt, stellen eine besondere Gefahr dar. Vor allem Minderjährige sind von Feuerwerkskörpern fasziniert. Erwachsene sollten daher mit ihren Kindern über die Gefahren reden. Wer umsichtig und verantwortungsvoll mit Böllern umgeht, kann als Vorbild so manche schwere Verletzung verhindern.
Der Deutsche Feuerwehrverband gibt Tipps für eine möglichst sichere Silvesterfeier:
- Feuerwerkskörper und Raketen sind „Sprengstoff“. Lassen Sie Jugendliche unter 18 Jahren nicht damit hantieren.
- Beachten Sie unbedingt die Gebrauchshinweise der Hersteller. Mit wenigen Ausnahmen ist eine Verwendung von Feuerwerk in geschlossenen Räumen verboten.
- Zünden Sie Feuerwerkskörper nur dort, wo dies auch erlaubt ist. Das Abbrennen der Böller in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen ist untersagt. Dieses Verbot gilt auch für Fachwerk- und Reetdachhäuser. Beachten Sie örtliche Regelungen!
- Nehmen Sie nach dem Anzünden einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein. Werfen Sie Feuerwerkskörper und Raketen nicht blindlings weg – und zielen Sie niemals auf Menschen. Zünden Sie nicht gezündete Feuerwerkskörper (Blindgänger) niemals noch einmal.
- Stellen Sie auf keinen Fall Feuerwerkskörper selbst her oder erwerben illegal vertriebenes Feuerwerk. Hierbei kann es zu schwersten Verletzungen kommen!
- Bewahren Sie Feuerwerkskörper so auf, dass keine Selbstentzündung möglich ist. Tragen Sie Feuerwerk niemals am Körper, etwa in Jacken- oder Hosentaschen.
- Schützen Sie Ihre Wohnung in der Silvesternacht vor Brandgefahren. Entfernen Sie Möbel, Hausrat und andere brennbare Gegenstände von Balkonen und Terrassen. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen.
- Wählen Sie bei einem Brand oder Unfall sofort den Notruf 112. Nur eine schnelle Meldung bietet Gewähr für effektive Hilfe.
Vergiftungsgefahr durch Heiz-Experimente
Kaminofen
mit CO-Melder© Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen / Maurizio GambariniIn der aktuellen Energiekrise befürchten der Deutsche Feuerwehrverband und das Schornsteinfegerhandwerk einen Anstieg von Bränden und CO-Unfällen im Haushalt. Sie warnen eindringlich vor Wärme-Experimenten in Wohnräumen und halten genau wie die Intensiv- und Notfallmediziner Kohlenmonoxid-Warngeräte in jedem Haushalt für sinnvoll. Anlässlich der Umstellung auf die Winterzeit am 30. Oktober 2022 weist die Initiative „CO macht k.o.“ in diesem Jahr daher gemeinsam mit Feuerwehren, Schornsteinfegern, Versicherern und anderen Partnern auf die erhöhte CO-Vergiftungsgefahr aufgrund von alternativen Heizmethoden wie brennstoffbetriebenen Geräten in Innenräumen hin.
Improvisierte Heizungen sind lebensgefährlich
„Viele Menschen wollen Heizkosten sparen, deshalb werden sie in diesem Winter vermehrt mit Kaminen und Öfen heizen. Besonders gefährlich wird es, wenn Notfeuerstätten durch den Verbraucher selbst aktiviert werden oder alternative Heizmethoden wie brennstoffbetriebene Geräte in Innenräumen zum Einsatz kommen. Hier besteht Lebensgefahr“, so Andreas Walburg, Vorstand Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks und empfiehlt zum Schutz vor Kohlenmonoxid-Vergiftungen den Einbau von CO-Warnmeldern.
Nur CO-Melder warnen vor der tödlichen Gefahr
„Der Mensch selbst kann Kohlenmonoxid weder riechen, sehen noch schmecken. Nur technische Sensoren können das lebensgefährliche Kohlenmonoxid in der Raumluft zuverlässig detektieren“, erklärt Prof. Dr. Björn Jüttner, Sprecher der Sektion Hyperbarmedizin in der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Er ergänzt: „Gemäß unserer neuen S2K-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der CO-Vergiftung ist deshalb der Einsatz von Kohlenmonoxid-Warnmeldern in jedem Haushalt sinnvoll.“ CO-Melder überwachen permanent die Umgebungsluft in Wohnräumen und schlagen bei gesundheitsgefährdenden CO-Konzentrationen sofort Alarm.
CO dringt durch Decken und Wände
Besonders gefährlich: Giftiges Kohlenmonoxid kann nachweislich durch Wände, Fußböden sowie Decken dringen und dadurch in Mehrfamilienhäusern Bewohner sämtlicher Etagen und angrenzender Häuser in Lebensgefahr bringen. Selbst Lüften hilft nicht, um die Gefahr zu bannen. Wände und Möbel nehmen das Atemgift auf und geben es nach dem Lüften wieder an die Umgebung ab. Einen wirksamen Schutz vor Kohlenmonoxid-Vergiftungen bieten nur CO-Warnmelder in den eigenen vier Wänden.
Über die Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen:
Die Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen wurde im Jahr 2018 gegründet. Zu den Mitgliedern gehören der Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (ÄLRD), die Bundesarbeitsgemeinschaft Notärzte (BAND), der Deutsche Feuerwehrverband (DFV), der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV), der BHE Bundesverband Sicherheitstechnik sowie die Netze BW und verschiedene Hersteller von Kohlenmonoxid-Meldern.
Erhöhte Brandgefahr durch alternative Heizmethoden
- Feuerwehrverband warnt: Vorsicht vor elektrischen Geräten mit defekten Kabeln oder sichtbaren Schmorspuren
- Schornsteinfegerverband mahnt: Feuerungsanlagen vor Inbetriebnahme offiziell abnehmen lassen
- Dringender Nachholbedarf: Nur die Hälfte der Eigenheime ausreichend mit lebensrettenden Rauchmeldern ausgestattet
Die Situation ist brandgefährlich: Angesichts steigender Energiepreise suchen aktuell viele Menschen in Deutschland nach alternativen Heizmethoden. Die Kampagne „Rauchmelder retten Leben“ rechnet deshalb in diesem Winter mit mehr Bränden und warnt dringend vor Heizexperimenten in den eigenen vier Wänden. Wegen der erhöhten Brandgefahr sollten weder Notfeuerstätten, Feuerschalen, Grills oder Teelichtöfen noch alte Heizlüfter, -strahler oder -decken in Wohnräumen zum Einsatz kommen.
Verbrauchertipp: Elektrogeräte mit CE-Kennzeichnung kaufen
„Elektrische Geräte, die jahrelang zum Beispiel im feuchten Keller eingelagert waren, sind anfälliger für einen Kabelbrand oder Kurzschluss. Generell gilt: Vorsicht vor elektrischen Geräten mit defekten Kabeln und anderen Beschädigungen wie etwa sichtbaren Schmorspuren! Diese sollte man nicht verwenden. Beim Kauf von neuen Geräten sollte man unbedingt Wert auf die Qualität legen. Das CE-Kennzeichen beispielsweise bescheinigt einem Gerät, dass es europäischen Richtlinien entspricht und bei Überhitzung abschaltet. Das ist gerade bei einem Heizlüfter wichtig, der bis zu 400 Grad heiß werden kann und auf keinen Fall in die Nähe von leicht entflammbaren Materialien oder auf Langflorteppiche gestellt werden darf“, erklärt Hermann Schreck, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes.
Feuerungsanlagen fachgerecht abnehmen lassen
Auch Andreas Walburg, Vorstand Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks, warnt: „Erhöhte Brandgefahr besteht auch bei jahrelang nicht genutzten Schornsteinen, wenn beispielsweise spontan ein Kaminofen gekauft oder ein alter Ofen wieder in Betrieb genommen wird. Hinzu kommt die Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid. Feuerungsanlagen müssen fachgerecht angeschlossen und vor ihrer Inbetriebnahme unbedingt offiziell abgenommen werden.“
Nur die Hälfte der Eigenheime richtig mit Rauchmeldern ausgestattet
Besonders besorgniserregend in diesem Zusammenhang: Trotz bundesweiter Rauchmelderpflicht und nachgewiesener Wirksamkeit ist nur die Hälfte der Eigenheime in Deutschland ausreichend mit Rauchmeldern ausgestattet. Die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ appelliert daher an alle Eigentümer, sich und die eigene Familie zu Hause ausreichend mit Rauchmeldern zu schützen und auf alternative, nicht vom Schornsteinfeger abgenommene, Heizmethoden jeglicher Art zu verzichten. Denn vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Brandrauch schon nach zwei Minuten zu einer tödlichen Rauchgasvergiftung führen kann.
Über „Rauchmelder retten Leben“
Das Forum Brandrauchprävention e.V. betreibt die im Jahr 2000 gegründete Initiative „Rauchmelder retten Leben“. Das Ziel des Forums ist die Brandschutzprävention, insbesondere mit Rauchwarnmeldern. Mitglieder des Forums sind führende Dachverbände wie der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) sowie Hersteller und Dienstleister. Am 12.06.2012 gründete das Forum Brandrauchprävention einen gemeinnützigen Verein. Geschäftsstelle des Forums ist die Agentur eobiont GmbH, die auch als Ansprechpartner zur Verfügung steht.
Sicher bei Unwetter
In Folge von Stürmen versperren mitunter umgestürzte Bäume die Straßen.© Landkreis Stade / Daniel BenekeOb örtlich auftretender Tornado oder Starkregen, ob Sturm oder Hochwasser – der Klimawandel verstärkt die Gefahr von Extremwetterereignissen. Wer auch für solche Situationen privat vorsorgt, kann im Ernstfall entspannt bleiben.
In der Regel lassen die Wetterberichte in den Medien bereits Tage vorher erahnen, wenn Gefahr droht. Einige Stunden, bevor die Wetterdienste ein Unwetter hereinbrechen sehen, werden zudem amtliche Warnungen veröffentlicht – z.B. über die Internetseite des Deutschen Wetterdienstes oder die Katastrophenschutz-App Nina. Über die Internetseite des Landkreises und die Schulausfall-App wird bekannt gegeben, ob etwa die Schülerbeförderung ausfällt und die Kinder zu Hause bleiben sollen.
Bei Unwetter nicht ins Freie gehen
Ein Aufenthalt im Freien sollte dann vermieden werden. Umstürzende Bäume können Straßen und Wege blockieren, herabfallende Dachpfannen zum Risiko werden. Bewegliche Gegenstände im Garten oder auf dem Balkon – wie Möbel, Blumenkästen und Fahrräder – sollten gesichert werden.
Wer sich noch auf dem Heimweg befindet, sollte insbesondere Waldgebiete meiden. Bei Gewitter sollte möglichst Schutz in einem Auto oder Gebäude gesucht werden. Ist dies nicht möglich: Mit eng zusammenstehenden Füßen auf den Fußballen in die Hocke gehen – so raten es die Experten vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Offenes Gelände sollte ebenso vermieden werden wie die Nähe zu Bäumen, Türmen, Masten und Antennen. Zu Überlandleitungen sollte ein Abstand von mindestens 50 Metern gehalten werden. Gegenstände mit Metallteilen wie Fahrräder oder Regenschirme sollten nicht benutzt werden.
Für den Fall, dass es bei Hagel nirgendwo Schutz gibt, lautet der Tipp des BBK: Mit dem Gesicht auf den Boden legen, Hals und Nacken mit den Händen abdecken.
Eigenheim so gut es geht sichern
Zu Hause gilt es, Türen, Fenster und Rollläden zu schließen sowie ein batteriebetriebenes Radio, Taschenlampen und Kerzen bereitzuhalten. Kellerräume sollten gemieden werden, da sie schnell überflutet und dann zu einer tödlichen Falle werden können. Ratsam ist laut BBK ein Aufenthalt in einem innenliegenden Raum im Erdgeschoss. Haustiere können leicht in Panik geraten: Die Halter sollten sie beruhigen und darauf achten, dass sie den geschützten Bereich nicht verlassen können.
In jedem Privathaushalt sollte ein Feuerlöscher griffbereit stehen. Auch mit wassergefüllten Eimern und Gießkannen oder dem Gartenschlauch kann ein Entstehungsbrand wirksam bekämpft werden.
Bei Unwettern sind die Feuerwehren oft in Dauereinsatz.© Landkreis Stade / Daniel BenekeWenn entsprechende Warnungen vorliegen, kann es ratsam sein, ein Notgepäck mit wichtigen Dokumenten bereitzuhalten, falls das eigene Heim verlassen werden muss. Wichtiges Eigentum sollte in Form von Fotos dokumentiert werden, falls es zu Schäden kommt, die später von den Versicherungen reguliert werden müssen.
Auch beim Aufräumen drohen Gefahren
Vor dem Aufräumen sollte genau kontrolliert und dokumentiert werden, was durch Wassereinbruch oder Glasbruch zerstört worden ist. Wenn durch Überflutung, z.B. im Keller, Heizöl oder andere gefährliche Substanzen freigesetzt worden sind, ist sofort über den Notruf 112 die Feuerwehr zu verständigen. Überflutete Keller sollten nicht ohne Weiteres betreten werden: Es besteht die Gefahr eines Stromschlags, wenn der Hausanschlusskasten dort untergebracht ist. Elektrische Geräte sollten nur wieder in Betrieb genommen werden, wenn sie nicht nass geworden sind. Weist das Gebäude starke Schäden auf – etwa am Dach – sollte es erst wieder betreten werden, wenn es durch Fachleute freigegeben worden ist.
Sicher bei Hochwasser
Bei einem Herbst-Hochwasser im vorigen Jahr wurde auch der Lühe-Anleger überflutet.© Landkreis Stade / Daniel BenekeIm Landkreis Stade sind einige Gebiete bei Extremwetterlagen von Hochwasser bedroht – etwa entlang der Flüsse. Kellertüren und -fenster sowie Hauseingänge können auch noch bei steigenden Pegelständen kurzfristig mit Sandsäcken, Holzbrettern und Silikon provisorisch abgedichtet werden. Gefährliche Stoffe oder Chemikalien dürfen auf keinen Fall so gelagert werden, dass sie vom Wasser erreicht werden können. Der Heizöltank sollte vor Auftrieb gesichert werden, in dem er mit Ballast beschwert oder fest in der Wand verankert wird. Wertvolle Möbel und Elektrogeräte sollten in obere Stockwerke gebracht werden – das gilt auch für Lebensmittel und Dokumente.
Laufen Räume trotz aller Sicherungsmaßnahmen voll Wasser, sollten die dort befindlichen Elektrogeräte und Heizungen abgeschaltet werden. Ggf. kann es ratsam sein, den Strom komplett abzuschalten (Sicherung raus). Wenn der Wasserspiegel sinkt, sollte etwaiger Schlamm schnellstmöglich entfernt und unverzüglich mit der Trocknung begonnen werden, um Schimmelbildung vorzubeugen.
Es ist ratsam, sich mit Verwandten und Nachbarn für den Fall der Fälle abzusprechen: Gibt es Kranke oder eingeschränkt bewegliche Personen, die frühzeitig in Sicherheit gebracht werden müssen? Wer kümmert sich um die Haustiere? Wie läuft der Kontakt untereinander, wenn das Telefon ausfällt?
Autos sollten rechtzeitig aus gefährdeten Tiefgaragen geholt werden. Auf keinen Fall sollten überflutete Straßen durchfahren werden: Es drohen immense Schäden, z.B. der Katalysator (bis zu 700 Grad heiß) kann bei Wassereinbruch plötzlich zerspringen.
Uferbereiche und Abbruchkanten sollten bei Hochwasser nicht betreten werden.
Hinweise zum Hochwasser- und Küstenschutz, zu Überschwemmungsgebieten sowie zu deichrechtlichen Themen gibt es hier auf der Landkreis-Internetseite.
Aktuelle Informationen speziell zum Überschwemmungsgebiet an der Lühe gibt es hier.
Notfall-Vorrat
Ein Vorrat an haltbaren Lebensmitteln sollte in jedem Haushalt vorhanden sein. © Landkreis Stade / Christian SchmidtDiscounter, Bäcker und Lebensmittelgeschäft gleich um die Ecke, die Regale voll gefüllt. So sind es die Verbraucher auch im Landkreis Stade gewöhnt. Doch Einschränkungen während der Corona-Pandemie, Bilder aus der Ukraine und Energieknappheit haben viele Menschen wachgerüttelt. Experten für Notfallvorsorge raten: Mit einem Vorrat an Lebensmitteln und Getränken für zehn Tage ist ein Haushalt gut gerüstet.
Landrat Kai Seefried, für den Katastrophenschutz im Landkreis Stade verantwortlich: „Lang‘ ist es her, doch viele Menschen im Landkreis Stade haben es bereits selbst erlebt. Der Einkaufsladen ist nicht mehr zu erreichen oder bekommt keinen Nachschub. Bei den schweren Sturmfluten 1962 und in den 1970er Jahren sowie bei der Schneekatastrophe 1978 waren zahlreiche Straßen tagelang unpassierbar.“ Die Versorgung etwa der Stader Ortschaft Hagen oder entlegener Siedlungen im Kehdinger Raum war nicht möglich oder erfolgte mühsam mit Unterstützung der Bundeswehr und Hilfsorganisationen. Landrat Seefried: „Aus diesen Erfahrungen sollten wir im gesamten Landkreis lernen und uns für mehrere Tage mit haltbaren Lebensmitteln und Getränken eindecken.“ Denn schon ein längerer Stromausfall kann zu Versorgungsunterbrechungen führen.
Unverzichtbar ist Trinkwasser in ausreichender Menge.© Landkreis Stade / Christian SchmidtBesonders wichtig – die Versorgung mit Trinkwasser beziehungsweise Getränken. „Ein Mensch kann unter Umständen drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage ohne Wasser“, so das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in seinem Ratgeber für Notfallvorsorge, den jeder zur Hand haben sollte. Er ist als Download auf der Landkreis-Internetseite und in gedruckter Form in den Rathäusern und im Kreishaus verfügbar.
Empfehlung: Pro Person sollten für eine Woche rund 14 Liter Flüssigkeit vorhanden sein, so das BBK. Beispiel: Zwei Sechserträger mit 1,5 Liter-Flaschen Mineralwasser reichen für fast zehn Tage, um eine Person mit Trinkwasser zu versorgen. Bei der Kalkulierung (täglich 2 Liter pro Person) gehen die Experten übrigens davon aus, dass davon ein halber Liter Wasser für die Zubereitung von Essen verwendet wird. Die übrigen anderthalb Liter können neben Wasser auch Fruchtsäfte oder andere länger haltbare Getränke wie H-Milch sein. Zusätzliches Wasser ist für die Hygiene erforderlich. Zeichnet sich ab, dass es Probleme bei der Wasserversorgung geben könnte, sollten Badewannen, Eimer oder Kanister vorsorglich gefüllt werden.
Ein wichtiger Tipp für die Notfallvorsorge: Die Lebensmittelvorräte sollten ohne Kühlung längerfristig haltbar sein (Mindesthaltbarkeit beachten). Trockenvorräte und Konserven, unter anderem Mehl, Haferflocken, Nudeln, Reis, Konserven (Obst, Gemüse, Wurst), Zucker, Honig, Fertiggerichte (Suppen, Nudelgerichte) gehören auf die Einkaufsliste. Wer Fertiggerichte kauft, etwa in der Dose, sollte aber beim Inhalt nicht zu sehr von den sonstigen Essgewohnheit abweichen, meinen Ernährungsfachleute. Es gilt die plattdeutsche Weisheit: „Eten un Drinken hollt Lief un Seel tohoop.“
Ein Campingkocher oder ein Grill als Alternative zum gas- oder strombetriebenen Herd.© Landkreis StadeWichtiger Tipp: Neu gekauften Vorräte gehören nach hinten ins Regal, damit die älteren Lebensmittel zuerst aufgebraucht werden. Wenn der Strom ausfällt, zuerst die tiefgekühlten Vorräte verzehren.
Apropos Stromausfall: Zwar ist das kalte Müsli mit H-Milch auch gut geeignet, um sich im Notfall zu ernähren, doch wenn es etwas Warmes sein soll, sollte auch Kochen ohne zentrale Strom- und Gasversorgung möglich sein. Ein Campingkocher, mit Spiritus oder Gaskartusche betrieben, ist die Alternative, sofern auch der Brennstoff auf Vorrat gekauft worden ist. Auf eine gute Belüftung der Küche achten. Ein Grill darf nicht in der Wohnung genutzt werden – aus Sicherheitsgründen.
Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz warnt übrigens vor Hamsterkäufen: „Vorräte können mit Bedacht und Augenmaß aufgestockt werden. Lebensmittel zu horten, die dann nicht verzehrt werden, ist überflüssig, schadet dem eigenen Geldbeutel und im schlimmsten Fall der Allgemeinheit…“, heißt es aus Hannover.
Dokumente und Notfallgepäck
Es kann sinnvoll sein, Kopien wichtiger Dokumente, deren Originale z.T. sicher im Tresor oder Bankschließfach verwahrt werden, für den Notfall griffbereit zuhalten. Dazu zählen z.B. Familienurkunden (Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunden), Sparbücher, Kontoverträge, Aktien, Wertpapiere, Versicherungspolicen, Führerschein Renten-, Pensions- und Einkommensbescheinigungen, Einkommenssteuerbescheide, Testament, Patientenverfügung und Vollmacht, Ausweis und Reisepass, Führerschein und Fahrzeugpapiere, Impfpass, Grundbuchauszüge, Meldenachweise.
Gepäck für den Notfall
Nicht nur bei großen Katastrophen kann es notwendig sein, für eine gewisse Zeit das Eigenheim oder die Wohnung zu verlassen. Schon ein Gasleck oder ein Brand in der Nachbarschaft oder der Fund von Weltkriegsbomben können eine kurzfristige Evakuierung nötig haben. Wer sich vorab Gedanken über ein Notgepäck gemacht und es im besten Fall bereits griffbereit liegen hat, ist auch für diese Szenarien gewappnet. Die Utensilien passen in einen Rucksack und ermöglichen einen Aufenthalt in einer Notunterkunft oder bei Freunden oder Verwandten für wenige Tage.
In den Notfallrucksack gehören laut BBK-Empfehlung folgende Utensilien: Erste-Hilfe-Material, dringend benötigte persönliche Medikamente, batteriebetriebenes Radio, Verpflegung für zwei Tage in staubdichter Verpackung, Wasserflasche, Taschenlampe, Schlafsack oder Decke, Kleidung und Hygieneartikel für ein paar Tage. Empfohlen werden Wetterschutzbekleidung wie Regenjacke und -hose sowie langer Mantel, wetterfeste Schuhe oder Gummistiefel. Auch ein Fotoapparat und die Mappe mit wichtigen Dokumenten können hier verstaut werden. Kinder und alte Menschen können zudem eine Notfalldose mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift bekommen; diese gibt es z.B. in Apotheken und Drogerien.
Gebäude sichern
Nicht nur ein Sturm kann Schäden am Eigenheim hinterlassen. Wenn Strom-, Wasser- oder Gasversorgung zusammenbrechen, kann es ebenfalls gefährlich werden. Doch bereits mit kleinen Umbauten lässt sich ein zusätzliches Plus an Sicherheit schaffen. Dächer sollten mit Sturmhaken und ausreichender Vernagelung gesichert werden. In seiner Notfallbroschüre weist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) darauf hin, dass Flachdächer und weit gespannte Decken durch Schneelasten besonders gefährdet sind. Markisen und Überdachungen sollten gegen Stürme gesichert werden, Bäume im Umfeld von Häusern entsprechend zurückgeschnitten und regelmäßig auf ihre Standfestigkeit geprüft werden.
Versorgungsleitungen im Blick haben
Rückstauverschlüsse in den Abwasserleitungen, Hebeanlagen zur Entsorgung von Abwasser aus Kellern – einige Punkte sollten bereits beim Bau von Häusern berücksichtigt werden. Zählerkästen und Hausanschlüsse sollten überflutungssicher angelegt werden. Wer eine leistungsfähige Tauchpumpe hat, kann eingedrungenes Wasser schnell beseitigen. Dafür kann ein Notstromaggregat sinnvoll sein, die ggf. auch die Heizungsanlage betreiben kann.
„Fliesenbeläge und wasserfeste Bau- und Dämmmaterialien in den Untergeschossen ermöglichen im Bedarfsfall eine effektive Entsorgung von Wasser und Schlammrückständen“, heißt es im BBK-Ratgeber. Um Überspannungen bei Elektrogeräten vorzubeugen, sind Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (FI- und RCD-Sicherungen) ratsam. Handwerker geben Auskunft darüber, ob der Blitzschutz ausreichend ist. Gefährdete Geschosse sollten über eigene Stromkreise verfügen, die im Überschwemmungsfall schnell vollständig stromlos geschaltet werden können. Heizungs- und Tankanlagen im Haus und im Außenbereich sollten gegen Aufschwimmen gesichert werden.
Für Gewässerabschnitte der Oste, der Schwinge, der Aue/Lühe und der Este hat der Landkreis Stade explizit Überschwemmungsgebiete per Verordnung erlassen. Entsprechende Karten und weiterführende Informationen gibt es auf der Landkreis-Internetseite.
Radio als wichtigstes Kommunikationsmittel
Bei einem Sturm umgestürzte Bäume blockieren die Straßen. Hochwasser oder Schneeverwehungen schneiden ganze Ortschaften von der Außenwelt ab. In solchen Fällen sind Warnmeldungen und andere Informationen staatlicher Stellen überlebenswichtig. Über Rundfunk, Fernsehen und Internet werden die Behörden informieren. Sollte es zu Unterbrechungen der Stromversorgung kommen, wird das Radio zum wichtigsten Warnmittel. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät deshalb, immer ein batteriebetriebenes Rundfunkgerät und Reservebatterien, ein solarbetriebenes Radio oder ein Kurbelradio im Haus zu haben. Es gibt auch Kurbelradios mit USB-Anschluss zum Aufladen von Smartphones. Wer ein Auto hat, kann auch das dort verbaute Radio nutzen – sofern genug Kraftstoff im Tank ist.
Warnmeldungen werden, solange die technische Infrastruktur dafür funktioniert, auch über die die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes (Nina) verbreitet, die es kostenlos für Android- und Apple-Geräte gibt. Unwetter, Hochwasser, Großbrand – per Push-Nachricht werden die Betroffenen so schnell wie möglich gewarnt. Die App zeigt zudem Informationen des Deutschen Wetterdienstes und Pegelstände der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes an.
Fällt die Heizung eine Zeitlang aus: warme Kleidung anziehen. Wer einen Ofen oder Kamin hat, sollte ausreichend Holz, Kohle oder Briketts vorrätig haben. Um gerade in der dunklen Jahreszeit für Licht im Haus zu sorgen, sollten genug Kerzen und Taschenlampen vorhanden sein. Feuerzeuge und Streichhölzer nicht vergessen. Akkubetriebene Geräte wie Laptops und Smartphones sollten regelmäßig geladen, Ersatzakkus und Powerbanks bereitgehalten werden. Solarbetriebene Batterieladegeräte können eine Hilfe sein. Für den Fall der Fälle sollte eine Bargeldreserve zu Hause sicher verwahrt werden, denn bei einem länger andauernden Stromausfall funktionieren auch die Geldautomaten in den Bankfilialen nicht mehr.
Ruhig mal wieder zum Erste-Hilfe-Kursus gehen
Nicht nur in Krisenzeiten ist Selbstvorsorge wichtig, auch im Alltag ist sie hilfreich. Ein Beispiel: Wenn ein Notfall eintritt, dauert es in der Regel einige Minuten, bis Feuerwehr oder Rettungsdienst vor Ort sind. Doch wenn es Verletzte gibt, können Ersthelfer bereits wichtige lebensrettende Maßnahmen einleiten – wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Deshalb ist es ratsam, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kursus zu besuchen, um beherzt eingreifen zu können. Denn aus Angst gar nichts zu tun, kann Menschenleben kosten. Besonders wichtig ist zudem, schnellstmöglich einen Notruf über die Nummer 112 abzusetzen. In ganz Europa ist diese Nummer kostenfrei erreichbar – auch per Mobiltelefon. Ein Notruf ist inzwischen zudem über die App Nora möglich, die kostenlos für Android- und Apple-Geräte verfügbar ist.
Notfall-Apotheke
Blick in eine Hausapotheke: Wichtig ist es, regelmäßig zu prüfen, ob Medikamente oder Materialien aus der Hausapotheke noch nicht abgelaufen sind.© Landkreis Stade / Christian SchmidtVorräte sind im Notfall wichtig – für zehn Tage, so der Expertenrat, gilt es, Lebensmittel und Getränke in jedem Haushalt vorzuhalten. Auch Vorräte an Medikamenten sowie von Material zur Versorgung von Wunden wie Pflaster oder Verbände sollten in einer Hausapotheke immer vorhanden sein. Die Apotheker im Landkreis Stade stehen mit ihrem Rat zur Verfügung, wenn es um die Ausstattung der Hausapotheke geht.
Nicht nur in Krisenzeiten, sondern für den normalen Alltag, ist es wichtig, dass die Hausapotheke neben einer Grundausstattung auch einen gewissen Vorrat an persönlich dringend erforderlichen Medikamenten beinhaltet. Welcher Vorrat hier Sinn macht, ist in einem Gespräch mit dem Arzt in der Praxis zu klären, in der das Rezept ausgestellt worden ist.
Aber auch frei verkäufliche Medikamente wie etwa Schmerzmittel und Fiebersenker, Salben oder Tabletten zum Schutz vor Allergien, Desinfektionsmittel oder Nasenspray gehören in die Hausapotheke. Apothekerin Maren Meyer, Betreiberin der Mühlen-Apotheke in Fredenbeck weiß: „Was in die Hausapotheke gehört, kommt auch auf die individuelle Erfahrung an. Wer zur verstopften Nase neigt oder zu Lichtallergien wird entsprechende Mittel zur Linderung bereithalten.“
Hausapotheke richtig lagern
Präparate in der Hausapotheke müssen regelmäßig auf das Verfallsdatum überprüft werden. „Abgelaufene Medikamente können nicht nur unwirksam sein, sondern bei Einnahme unter Umständen auch gefährlich“, sagt Maren Meyer. Sofern kein Ablaufdatum auf der Packung verzeichnet ist, sollte das Einkaufsdatum auf der Verpackung notiert werden, um das Alter des Präparats später nachvollziehen zu können.
Das Knie des Kindes blutet nach einem Fahrradsturz, eine Verletzung aus der Gartenarbeit muss verbunden werde, der Schädel brummt und es könnte am Fieber im Spiel sein: Für solche Fälle sollten auch Materialien wie Fieberthermometer, Splitterpinzette und zur Versorgung von Wunden in der Hausapotheke greifbar sein. Dazu gehört „alles, was ein Autoverbandskasten enthält wie Mull-Kompresse, Verbandschere, Pflaster, Binden und Dreiecktuch“, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK).
Und alles, was helfen soll, muss gut verwahrt sein. Auch dazu gibt es Empfehlungen der BKK-Fachleute:
- Bewahren Sie Ihre Hausapotheke in einem abschließbaren Schrank oder Fach auf.
- Achten Sie darauf, dass Sie für Kinder nicht zugänglich ist (die Hausapotheke hoch aufhängen und/oder abschließen).
- Wählen Sie einen wenig beheizten und trockenen Raum. Achtung: Das Bad ist der falsche Platz!
- Ideal wäre ein kleiner Schrank mit frei zugänglichem Verbandsfach und abschließbarem Medikamentenfach.
Eine Checkliste zur Hausapotheke ist im „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) zu finden. Der Ratgeber ist in gedruckter Form im Kreishaus und in den Rathäusern erhältlich und kann im Internet heruntergeladen werden.
Patienten, die auf medizinische Geräte wie etwa CPAP-Geräte bei Schlaf-Apnoe angewiesen sind, sollten sich vorsorglich informieren, was etwa im Falle eines längeren Stromausfalls zu tun ist.© Landkreis Stade / Christian SchmidtWichtig: Wer strombetriebene medizinische Geräte, etwa zur Beatmung nutzt, sollte mehrere Ersatz-Akkus oder einen Notstromgenerator mit ausreichend Treibstoff vorrätig haben.
Flyer zur Selbstvorsorge
Anfang März 2023 wurde dieser Flyer mit der Kreiszeitung "Neue Stader" und "Neue Buxtehuder" an alle erreichbaren Haushalte im Landkreis Stade verteilt. Außerdem ist er auf der Internetseite des Landkreises als PDF abrufbar. Der Flyer liegt zudem in Kürze auch im Kreishaus und in den Rathäusern aus. Vereine und Organisationen, die den Flyer bei Versammlungen oder anderen Veranstaltungen auslegen oder verteilen möchten, könnten kostenlos Exemplare abfordern - solange der Vorrat reicht. In einer E-Mail an die Adresse ideen@landkreis-stade.de sollten die Organisation, die gewünschte Stückzahl und eine Kontaktmöglichkeit angegeben werden.
Waldbränden vorbeugen
Nicht zuletzt in Folge des Klimawandels steigt die Gefahr von Wald- und Flächenbränden. Gleichwohl sind noch immer rund 90 Prozent aller Waldbrände auf menschliches Versagen zurückzuführen. In dieser BBK-Broschüre wird erklärt, wie Waldbränden vorgebeugt werden kann und was zu tun ist, wenn es in Wald und Flur brennt.
Heimbeatmete Patienten
Hinweise für die Selbstvorsorge für Betroffene, deren Angehörige oder Pflegepersonen
- Sorgen Sie dafür, dass ihre medizinischen Geräte, zum Beispiel Ihr Beatmungsgerät oder Ihr Absauggerät, immer über einen ausreichend geladenen Akku verfügen. Beschaffen Sie sich gegebenenfalls einen oder mehrere Reserve-Akku oder ein Reserve-Gerät.
- Halten Sie auch einen Hand-Beatmungsbeutel oder ein manuelles Absauggerät bereit, um zur Not manuell beatmen oder absaugen zu können, bis eine Notärztin oder ein Notarzt eintrifft.
- Bei Menschen, die auf Sauerstoffgabe angewiesen sind, sollte immer eine von der Stromversorgung unabhängige Sauerstoff-Quelle (Sauerstoff-Druckgasflasche) vorhanden sein.
- Halten Sie batteriebetriebene Taschenlampen / Stirnlampen vor. Diese sollten immer am selben Platz liegen, damit Sie sie auch bei Dunkelheit finden. Denken Sie auch an ausreichend Ersatzbatterien.
- Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio (Kurbelradio oder ähnliches) betriebsbereit. Bei einem Stromausfall erhalten Sie wichtige Informationen übers Radio.
- Notieren Sie sich wichtige Rufnummern und deponieren Sie die Liste an einem gut sichtbaren Platz. Wichtige Rufnummern können sein: die Hausmeister / die Hausverwaltung, das Störungstelefon Ihres Stromversorgers, die Notrufnummer 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst.
- Bei einem Stromausfall funktioniert das Festnetztelefon nicht mehr. Mobiltelefone funktionieren bei einem lokal begrenzten Stromausfall weiterhin. Auch bei einem großflächigen Stromausfall funktionieren die Handy-Netze meistens länger als das Festnetz. Achten Sie daher darauf, dass Sie immer ein ausreichend aufgeladenes Mobiltelefon griffbereit haben.
- Für Wohngruppen heimbeatmeter Menschen könnte der Einbau einer Netzersatzanlage einer unterbrechungsfreien Stromversorgung eine sinnvolle Möglichkeit sein.
Hinweise für den Fall eines Stromausfalls
Bitte bewahren Sie Ruhe!
Sie haben Vorsorge getroffen, die Akkus ihrer medizintechnischen Geräte funktionieren und halten diese am Laufen. Sollte dies nicht der Fall sein: Rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
In allen anderen Fällen gilt:
- Versuchen Sie beim Störungstelefon Ihres lokalen Stromversorgers Informationen zu bekommen, wie lange der Stromausfall voraussichtlich dauern wird und welche Bereiche davon betroffen sind. Weisen Sie am Telefon darauf hin, dass Sie einen heimbeatmeten Patientin/Patienten betreuen, für den die Stromversorgung überlebenswichtig ist.
- Überlegen Sie, ob Sie ohne fremde Hilfe in einen nicht vom Stromausfall betroffenen Bereich ausweichen können. Zum Beispiel zu Freunden oder Verwandten, oder zu anderen heimbeatmeten Menschen.
Rufen Sie den Notruf 112 an, wenn
- es bei Ihnen beziehungsweise der von Ihnen betreuten Person zu einer akut lebensbedrohlichen Situation kommt.
- wenn die Spannung der Akkus der medizinischen Geräte zur Neige zu gehen droht.
- Hier gilt: Rufen Sie rechtzeitig an, damit es nicht zu einer lebensbedrohlichen Situation kommt, bevor Hilfe da ist!
- Wenn der Stromausfall länger als 2 Stunden andauert.
Weisen Sie die Beschäftigten in der Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst darauf hin, dass es sich um einen Notfall bei einer heimbeatmeten Person handelt.
Alle weiteren notwendigen Informationen fragen die Mitarbeiter der Leitstelle bei Ihnen ab.
Daher ist es wichtig, dass Sie ruhig bleiben und nicht einfach auflegen. Der Mitarbeiter in der Leitstelle beendet das Gespräch, wenn er alle erforderlichen Informationen erfragt hat.
Je nach Dringlichkeit wird Ihnen dann sofort Hilfe geschickt oder die Einsatzleitung organisiert die erforderliche Hilfe und meldet sich bei Ihnen. Bei einem länger anhaltenden Stromausfall könnte die Hilfe dann zum Beispiel darin bestehen, die heimbeatmete Person mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus oder eine andere geeignete Betreuungseinrichtung mit einer gesicherten Stromversorgung zu bringen.
Warnung bei Gefahren - Flyer in verschiedenen Sprachen
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat anlässlich des Warntages 2023 Flyer in verschiedenen Sprachen veröffentlicht, die über die Warnung bei Gefahren informieren.
Notfall-Monitor des Landes Niedersachsen

© Niedersächsische Staatskanzlei In Krisensituationen infolge von Extremwetterlagen, Cyberattacken, Pandemien oder anderen Schadensereignissen, die viele Menschen oder große Regionen in Niedersachsen betreffen, ist es wichtig, so früh wie möglich Vorwarnungen und wichtige Verhaltenshinweise zu geben.
Der Informationsbedarf der Menschen ist in solchen Notfallsituationen extrem groß. Um diesen Bedarf besser abzudecken zu können, werden in dem Notfall-Monitor Niedersachsen alle relevanten Informationen auf einer zentralen Webseite gebündelt.
Statt verschiedene Quellen durchsuchen zu müssen, können Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Institutionen und Medien hier schnell und gezielt auf die Informationen zugreifen, die jeweils benötigt werden.
Hier geht's zum Notfallmonitor: www.niedersachsen.de/notfallmonitor/
Flyer zum Thema Hochwasser/Sturmflut
Eine Bürgerinformation steht hier zum Download bereit.
Sicher bei Starkregen
Die Ereignisse im Saarland haben erneut deutlich gemacht, wie gefährlich Starkregen sein kann. Auch wenn wir im Landkreis Stade überwiegend flaches Land haben, kann Starkregen zu Überflutungen von Straßen, Kellern und tieferliegenden Gebieten führen. Er kann auch Sturzfluten, Erdrutsche und Hangrutschungen verursachen. Daher ist es wichtig, sich auf Starkregenereignisse vorzubereiten.
Wichtig: Frühzeitige Warnungen beachten!
Die Vorhersagbarkeit von Starkregenereignissen ist meist sehr eingeschränkt und die Vorwarnzeiten sind entsprechend gering. Halten Sie sich daher insbesondere bei Vorhersagen von schwerem Gewitter oder starken Regenfällen über die Warn-Apps NINA oder die des Deutschen Wetterdienstes auf dem Laufenden.
Nehmen Sie bitte die Warn- und Verhaltenshinweise ernst, treffen bei Warnungen vor extremen Starkregen auch eigene Vorkehrungen und prüfen Ihre häusliche Situation:
- Überprüfen und Reinigen von Dachrinnen und Abflüssen, um sicherzustellen, dass das Wasser frei abfließen kann
- Überprüfen und Abdichten von Fenstern und Türen sowie ggf. das Bereithalten von Sandsäcken, um Türen oder Kelleröffnungen abzudichten
- Packen Sie eine Tasche mit Notfallgepäck und legen Sie eine Dokumentenmappe an, damit Sie in Not alles Wichtige sofort griffbereit haben.
Verhalten bei einem Starkregenereignis
Wenn man von einem Starkregenereignis überrascht wird, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und sich in Sicherheit zu bringen.
- Vermeiden Sie es, durch überflutete Straßen oder Gebiete mit starker Wasserströmung zu gehen oder zu fahren.
- Suchen Sie höher gelegene Bereiche auf und vermeiden Sie den Kontakt mit elektrischen Leitungen und Metallstrukturen, um die Gefahr von Blitz- oder Stromschlägen zu verringern.
- Gehen Sie nicht in den Keller und betreten Sie keine Tiefgaragen.
- Betreten Sie auf keinen Fall Räume, in denen bereits Wasser steht. Bei Starkregen können die Wasserstände innerhalb kürzester Zeit rapide ansteigen. Es droht die Gefahr, weggerissen zu werden oder zu ertrinken.
- Vermeiden Sie den Kontakt mit überschwemmtem Wasser, da dieses möglicherweise verschmutzt ist und gesundheitsschädliche Stoffe enthalten kann. Vermeiden Sie es auch, durch strömendes Wasser zu gehen, da es Sie umreißen und verletzen könnte.

