Landkreis Stade

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Wespen & Hornissen

zuklappenAllgemeine Informationen

Hornisse © Franz Günter Rose© Franz Günter RoseDas Naturschutzamt hat einen Hornissen- und Wespenberaterring für den Landkreis Stade aufgebaut, um den Schutz dieser Insektenarten zu fördern. So gibt es seit 1999 in jeder Gemeinde und Stadt mindestens einen Ansprechpartner, der während der Sommer- und Herbstmonate die betroffenen Bürgerinnen und Bürger über die Lebensweise der schwarz- gelben Insekten informiert. Telefonisch oder bei Bedarf auch vor Ort helfen die ehrenamtlichen Berater mit einfachen Verhaltensregeln, ein friedliches Zusammenleben zwischen Mensch und Wespen zu ermöglichen.

Die aktuelle Hornissen- und Wespenberatungsliste für den Landkreis Stade ist nach Gemeinden geordnet. Die Berater sind ehrenamtlich in ihrer Freizeit für den Artenschutz tätig. Sie stehen nicht als Schädlingsbekämpfer zur Verfügung.

Lebensweise von Hornisssen und Wespen
Die in Niedersachsen vorkommenden neun sozial lebenden Wespenarten bilden Staaten, die nur eine Lebensdauer von ca. einem halben Jahr haben. Im Frühling, meistens Anfang Mai, wacht die Königin aufgrund der steigenden Temperaturen aus ihrer Winterstarre auf. Sie gründet ein neues Volk, das im August seine größte Individuenstärke aufweist. Danach beginnen die Wespen durch Nahrungsmangel und sinkende Temperaturen zu sterben, so dass bis in den späten Herbst hinein (Anfang September bis Ende Oktober, je nach Art) fast alle Wespen gestorben sind. Auch die alte Königin und Gründungsmutter des Wespenvolkes stirbt. Nur die neuen Jungköniginnen suchen nach der Paarung einen Überwinterungsunterschlupf zum Beispiel unter Rinde oder im Todholz, um im Frühjahr ein neues Volk zu gründen. Das Nest ist am Herbstende verlassen und wird im nächsten Jahr nicht wieder besiedelt.
Im Winter können die alten Nester abgenommen werden und sind ein beeindruckendes Anschauungsobjekt gerade auch für Kinder, um zu zeigen, zu welch hoher Baukunst unsere heimischen Wespenarten fähig sind.

Die folgenden einfachen Vorsichtsmaßnahmen dienen zur Abwehr naschhafter Wespen:

  • Süße Speisen und Getränke im Freien abdecken
  • Nicht aus offenen Flaschen oder Gläser trinken, Strohhalme benutzen
  • Reste von Süßigkeiten aus dem Mundbereich von Kindern abwischen
  • Wo Fallobst am Boden liegt, nicht barfuss laufen
  • Wespen den Zugang zu Innenräumen durch geeignete Vorhänge versperren
  • Halbierte Zitronen mit Gewürznelken bespicken (Wespen mögen den Geruch nicht)

Verhaltensregeln in der Nähe eines Wespennestes (ca. bis 3 m Umkreis)

  • Nestbereich nicht erschüttern
  • Ruhige, langsame Bewegungen, damit sich die Wespen nicht angegriffen fühlen
  • Nicht die unmittelbare Flugbahn zum Einflugloch verstellen
  • Einflugloch nicht anpusten


Titelbild des Wespenfaltblattes © Icon Mediendesign Birgit Hennig© Icon Mediendesign Birgit HennigAnläßlich des 10-jährigen Bestehens der ehrenamtlichen Hornissen- und Wespenberatung im Landkreis Stade hat das Naturschutzamt 2009 mit der finanziellen Unterstützung der Kreissparkasse Stade eine Informationsbroschüre mit dem Titel: 'Stachelritter und Baukünstler' herausgegeben. Der in schwarz-gelb gehaltene Flyer informiert über die interessante Biologie der Wespen, gibt wichtige Tipps im Umgang mit diesen Insekten und stellt die Hornissen- und Wespenberatung im Landkreis Stade vor.

 

Erste Funde der Asiatischen Hornisse in Norddeutschland

In Hamburg wurden im Sommer 2019 erstmals einzelne Tiere der Asiatischen Hornissen (Vespa velutina nigrithorax) entdeckt. Darauffolgende Nestfunde im Jahr 2020 bestätigen, dass sich diese als invasiv eingestufte gebietsfremde Art auch in Norddeutschland ansiedelt und vermehrt. Jedoch gibt es dadurch keinen Anlass zur Beunruhigung, denn derzeit deutet nichts darauf hin, dass die Asiatische Hornisse in Mitteleuropa eine Gefahr für die natürliche Insektenvielfalt, unsere Bienenvölker oder gar den Menschen darstellt. Aus Gründen der Vorsorge ist die Art von Bundesamt für Naturschutz (BfN) dennoch als invasive gebietsfremde Art in der Kategorie Früherkennung eingestuft und muss daher gemeldet und beseitigt werden. Um dem nachzukommen, haben die Bundesländer Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern „AHlert-Nord“ ins Leben gerufen – ein Monitoringprogramm zur Überwachung der Asiatischen Hornisse in Norddeutschland, welches zusammen mit Imker*innen der Metropolregion Hamburg 2021 gestartet wird. Eine Bestimmungshilfe erleichtert die Indentifizierung der Asiatischen Hornisse.

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