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Schwalben willkommen im Landkreis Stade
Rauchschwalbe© H.-J. Schaffhäuser„Schwalben Willkommen im Landkreis Stade“ ist ein gemeinsames Artenschutzprojekt, das vom Naturschutzamt 2014 gestartet wurde gemeinsam mit den Naturschutzverbänden NABU und BUND und der Ornithologisch-Naturkundliche Arbeitsgemeinschaft (ONAG). Die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis können das Projekt unterstützen, indem sie Niststandorte an oder in Gebäuden und Ställen melden. Sobald die Schwalben aus ihren Winterquartieren zurückkommen und anfangen zu brüten, können Sie die Neststandorte wieder per E-Mail an schwalben-willkommen@landkreis-stade.de melden.
„Ziel ist es, einen besseren Überblick über das Schwalbenvorkommen im Landkreis zu bekommen, um Maßnahmen zum Artenschutz sinnvoll anzuwenden“, erklärt Janette Hagedoorn-Schüch vom Naturschutzamt des Landkreises Stade.
Mehlschwalbe© fotonaturZum Auftakt der Aktion wurde 2014 das Sperrwerk des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Ruthenstrom bei Drochtersen mit der Plakette ‚Hier sind Schwalben willkommen’ ausgezeichnet. Seit Jahren bauen rund 60 Mehlschwalbenpaare ihre Nester direkt am Sperrwerk und sind dort sehr willkommen.
Schwalben gelten als Glücksbringer und Symbol des Sommers. Durch ihren engen Bezug zum Menschen ranken viele Bauernregeln und Merksprüche um diese Vögel wie etwa: „Siehst du die Schwalben niedrig fliegen, wirst du Regenwetter kriegen“. Als Insektenvertilger sorgen sie dafür, dass die Natur im Gleichgewicht bleibt.
© Landkreis Stade / Christian SchmidtUm die Schwalbenarten besser unterscheiden zu können, hat das Naturschutzamt des Landkreises Stade ein Faltblatt mit dem Titel ‚Schwalben Willkommen im Landkreis Stade’ herausgegeben. Es enthält viel Wissenswertes zu den Schwalbenarten und vor allem zur Lebensraumverbesserung. Denn leider ist der Bestand der Schwalben in Niedersachsen und auch bei uns im Landkreis Stade in den vergangenen Jahrzehnten rückläufig. Im Idealfall bauen Schwalben ihre Nester in Eigenregie. Doch oftmals finden sie keinen lehmigen Boden zum Bau ihrer Nester mehr oder können ihre Nester an den glatten Fassaden nicht befestigen. Daher sind Rauch- und Mehlschwalbe mittlerweile auf Unterstützung angewiesen.
„Als Nisthilfe kann ein einfaches Brettchen an die Wand geschraubt werden. Diese Stütze reicht aus, damit die Rauchschwalben darauf bauen können“, so Guido Seemann von der ONAG. „Allerdings ist es wichtig, dass offener Lehmboden in der Nähe zu finden ist. Eine kleine Lehmpfütze kann man leicht selbst anlegen. Sie sollte zur Nestbauzeit im Mai und Juni immer feucht gehalten werden.“
Nachvollziehbare Bestandentwicklung
Zehn Jahre lang wurde das Projekt als Beteiligungsprojekt für alle Bürgerinnen und Bürger gestaltet. Da jedoch die Meldungen nicht vergleichbar waren, wurde nach einer Lösung gesucht, eine nachvollziehbare Bestandsentwicklung der Schwalben im Landkreis Stade zu erhalten.
Einige Hundert Schwalbenmelderinnen und -melder haben seit 2014 jedes Jahr die Anzahl ihrer Nester gemeldet. Über diese Meldungen, die jedes Jahr wieder erfolgen, kann eine Bestandsentwicklung hergeleitet werden. Die Angaben werden jedes Jahr in einer Übersichtsliste dokumentiert .
Alle bisherigen Schwalbenmeldungen bis 2023 sind auch im Geoportal des Landkreises Stade zu finden.


