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BTV - Bluetongue Virus, Blauzungenkrankheit

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Wichtige Hinweise zur Blauzungenkrankheit

Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine virusbedingte, hauptsächlich akut verlaufende Krankheit bei der Schafe und Rinder, aber auch Ziegen, Kameliden (bspw. Lamas und Alpakas) und Wildwiederkäuer sind empfänglich. Betroffene Tiere, vor allem Schafe, aber auch Rinder leiden mitunter schwer. Erkrankte Tiere können wieder ausheilen, jedoch kann es auch zu Todesfällen führen. Übertragen wird das Virus durch kleine blutsaugende Stechmücken, sogenannte Gnitzen.

Im Jahr 2024 führten Infektionen durch das Blauzungenvirus Serotyp 3 (BTV-3) zu enormen Verlusten in niedersächsischen Schaf- und Rinderhaltungen. Vor allem aufgrund einer positiven Entwicklung der Impfquote, insbesondere bei Schafen, wurden in Niedersachsen 2025 weitaus weniger Ausbrüche der Blauzungenkrankheit festgestellt.

Verschiedene Serotypen des Virus der Blauzungenkrankheit sind in ganz Europa nachweisbar. So zirkulieren beispielsweise in Frankreich die Serotypen 3, 4 und 8, in der Schweiz die Serotypen 3 und 8, in Österreich hauptsächlich Serotyp 3 und 8. Jedoch wurde dort, sowie auch in Norditalien, auch der Serotyp 4 bereits nachgewiesen.

Aufgrund der Seuchenlage in Bezug auf BTV in den Nachbarländern besteht ein erhöhtes Risiko für einen Eintrag anderer Serotypen als BTV-3 nach Deutschland, so dass BTV-8 im Oktober 2025 erstmals wieder seit 2021 in Deutschland – zunächst am 08.10.2025 in Baden-Württemberg  und kurze Zeit später auch in Bayern – nachgewiesen werden konnte. Am 06.11.2025 wurde BTV-8 schließlich auch im Saarland und am 26. November 2025 in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Auch in Bayern und vor allem Baden-Württemberg erfolgten seitdem weitere Feststellungen. Entsprechend befinden sich nach aktuellem Stand nun ganz Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland, die Regierungsbezirke Oberbayern und Niederbayern sowie Teile Hessens in einer Sperrzone. Für Verbringung von Tieren empfänglicher Arten aus der BTV- 8-Sperrzone heraus gelten strenge Vorgaben (siehe tierseucheninfo.niedersachsen.de).

Aufgrund dieser Ausbrüche ist davon auszugehen, dass auch für niedersächsische Betriebe spätestens mit steigenden Temperaturen mit einem erhöhten Risiko der Einschleppung anderer Serotypen, vor allem BTV-8 und BTV-4, gerechnet werden muss. Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr und auch bei den vorherigen Blauzungengeschehen in Deutschland haben wiederholt eindrucksvoll gezeigt, dass durch die Impfung ein wirksamer Schutz der empfänglichen Tiere gegen das Virus erreicht werden kann. Die Impfung bietet den einzigen Schutz der Tiere vor einem schweren Krankheitsverlauf und wirtschaftlichen Verlusten, so dass eine Impfung empfänglicher Wiederkäuer gegen die Serotypen 3, 4 und 8 auch dringend in Regionen empfohlen wird, in denen die Serotypen aktuell noch nicht nachgewiesen wurden.

Halterinnen und Haltern von Rindern, Schafen und Ziegen wird daher erneut die Impfung gegen den immer noch zirkulierenden Serotyp 3 und gegen den Serotyp 4 und 8 empfohlen. Es besteht keine Kreuzimmunität zwischen den Serotypen, Impfungen gegen einen der Serotypen bieten keinen Schutz gegen die anderen Serotypen. Im Falle der Impfung gegen BTV 4 und 8 kann jedoch ein Kombinationsimpfstoff eingesetzt werden.

 

Die Tiere sollten einen vollständigen Immunschutz vor dem Beginn der Vektorsaison (Gnitzen) entwickelt haben. Die Verfügbarkeiten der Impfstoffe sind bei den jeweiligen Impfstoff-Herstellern zu erfragen.

In der Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts vom 15.05.2025 wird das Risiko der Übertragung von BTV-4 und BTV-8 nach Deutschland durch Windverdriftungen von Gnitzen in Kombination mit legalem Handel in den Monaten

  • Dezember bis März als vernachlässigbar,
  • April und November als mäßig und
  • Mai bis Oktober als hoch eingeschätzt.
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