Landkreis Stade

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Tollwut

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Tollwut ist eine tödlich verlaufende Virusinfektion bei Säugetieren als auch beim Menschen. Die Übertragung des Virus erfolgt in der Regel durch den Biss eines an Tollwut erkrankten Tieres, da sich im Speichel hohe Viruskonzentrationen befinden.


Tollwut kommt auf der ganzen Welt in unterschiedlicher Intensität vor. Deutschland gilt seit dem Jahr 2008 offiziell frei von Tollwut, sowohl im Heimtier- als auch im Wildtierbereich. Im Landkreis Stade wurde 1992 bei einem Fuchs auf Krautsand das letzte Mal Tollwut festgestellt. Aktuelle Nachweise der Tollwut in Europa gibt es in Polen, Rumänien, Ukraine und Türkei.

 

Die Symptome bei den erkrankten Tieren sind gerade in der Anfangsphase wenig typisch. Von der Aufnahme des Virus bis zu den ersten Krankheitserscheinungen vergehen in der Regel zwei bis zwölf Wochen. Eine Virusausscheidung findet aber schon vor den ersten Krankheitssymptomen statt.

 

Ganz besondere Vorsicht ist bei Fledermäusen angebracht. Fledermäuse sind deutlich häufiger mit Tollwutviren infiziert als andere Wildtiere. Deshalb gilt: Niemals eine Fledermaus anfassen, in der Regel ist dann ein Biss die Folge. Und plötzlich beginnt das Thema Tollwut beim Gebissenen in den Vordergrund zu rücken. Im Jahr 2021 wurde in Deutschland bisher bei fünf Fledermäusen das Tollwutvirus nachgewiesen, dreimal davon in Niedersachsen.

Bei einem illegal aus Südosteuropa mitgebrachten Hundewelpen wurde im September 2021 durch die zuständige Behörde des Landes Bremen amtlich die Tollwut festgestellt. Aus Mitleid nahm eine Familie den Welpen aus ihrem Urlaub mit. In Deutschland erkrankte das Tier und wurde in einer Tierklinik im Landkreis Verden behandelt und verstarb dort am Tag nach der Einlieferung. Alle Mitarbeiter der Klinik mussten gegen Tollwut notgeimpft werden. Nachdem die Umstände über den Welpen bekannt wurden (illegales Verbringen nach Deutschland), wurde durch das Veterinäramt des Landkreises Verden die Untersuchung auf Tollwut angeordnet, die dann den Nachweis erbrachte.

Reisen mit Heimtieren:
Um die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vor dem Eintrag oder der Weiterverbreitung der Tollwut zu schützen, gibt es aus Tierseuchensicht verpflichtende rechtliche, in der gesamten Europäischen Union geltende Regelungen beim Reisen mit Heimtieren.

 

Die wichtigsten sind:

  • Der (blaue) Heimtierausweis ist mitzuführen.
  • Der Heimtierausweis und das Tier müssen eindeutig zusammengehören, d.h. die Nummer des Mikrochips des Tieres muss korrekt im Ausweis eingetragen sein.
  • Die Angaben zum Tierbesitzer müssen ausgefüllt sein (Name, Adresse).
  • Beim Verlassen Deutschlands muss das Tier über einen gültigen Tollwutimpfschutz verfügen. Dies geschieht durch einen tierärztlichen Eintrag über die durchgeführte Tollwutimpfung.

 

Tollwutimpfung:
Die erste Impfung gegen Tollwut darf erst im Alter ab 12 Wochen verabreicht werden. Bis zum Eintritt eines Impfschutzes vergehen noch einmal drei Wochen. Das heißt: Tiere müssen beim Reisen ins Ausland mindestens 15 Wochen alt sein (Ausweis, Mikrochip, gültige Tollwutimpfung).

Weitere Informationen zum Thema „Reisen mit Tieren“ findet man z. B. beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft unter https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/haus-und-zootiere/heimtierausweis.html

 

Illegaler Hundehandel:
Doch nicht nur das illegale Mitbringen eines Tieres aus dem Ausland birgt Gefahren für Mensch und Tier, sondern auch der Kauf von Welpen oder geretteten Hunden aus bestimmten Ländern von fragwürdigen Organisationen. Mal sind keine Impfausweise vorhanden oder diese sind gefälscht oder die Eintragungen in dem Impfausweis entsprechen nicht der Wahrheit. Hier besteht eine ernst zu nehmende Gefahr, besonders für den Käufer eines Tieres aus fragwürdigen Umständen. Eine Infektion mit dem Tollwutvirus endet tödlich, bei Mensch und Tier.

 

In deutschen Tierheimen gibt es viele Tiere, die auf ein schönes Zuhause warten. Wer sich ein Tier anschaffen möchte und dabei sich für den Tierschutz engagieren will, sollte diese Möglichkeit nutzen. Tiere aus Tierheimen sind tierärztlich untersucht, haben die vorgeschriebenen Schutzimpfungen, Papiere und die vorgeschrieben eindeutige Kennzeichnung.

 

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