Landkreis Stade

Inhalt

Vorlage - 2013/0203  

Betreff: Fördergrundsätze für die Jugendarbeit im Landkreis Stade
Status:öffentlichVorlage-Art:Sitzungsvorlage
Berichterstatter/in:KVOR´in Brahmst
Federführend:Amt für Jugend und Familie Bearbeiter/-in: Brüggemann, Christian
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Entscheidung
26.02.2013 
gemeinsamen Sitzung des Jugendhilfeausschusses und des Ausschusses für Schule und Bildung (offen)   
Anlagen:
2013-02-01 Fördergrundsätze_3 PDF-Dokument

Der Jugendhilfeausschuss stimmt den Änderungen der Fördergrundsätze in der vorgelegten Form zu

Beschlussvorschlag:

Der Jugendhilfeausschuss stimmt den Änderungen der Fördergrundsätze in der vorgelegten Form zu. Die Fördergrundsätze treten ab dem 01.01.2013 in Kraft. Vereinen und Verbänden wird eine Übergangsfrist bis zum 31.03.2014 eingeräumt, in der sie sich auf die geänderten Förderbedingungen umstellen können.

 

 

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Bedingt durch die Übernahme der Aufgaben der öffentlichen Jugendhilfe der Hansestadt Stade wurden die Fördergrundsätze für die Jugendarbeit im Landkreis Stade durch die Kreisjugendpflege Stade, in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring Stade e. V. als Vertreter der Vereine und Verbände, überarbeitet.

 

Die überarbeiteten Fördergrundsätze wurden am 12.12.2012 mit der AG Förderung der Jugendarbeit beraten und modifiziert. Die überarbeiteten und modifizierten Fördergrundsätze wurden mit einer kleinen Arbeitsgruppe des Jugendhilfeausschusses am 01.02.2013 für die Beschlussfassung im Jugendhilfeausschuss vorbereitet.

 

Zum einen wurden Formulierungen und die Gliederung verändert, um ein besseres Verständnis der Fördergrundsätze zu ermöglichen, zum anderen wurden die Fördergrundsätze den aktuellen Anforderungen der Kinder- und Jugendarbeit angepasst.

 

Zu. 1.2. Festlegung eines Betreuungsschlüssels als Grundlage der Bezuschussung von Maßnahmen
 

In den bisherigen Fördergrundsätzen war kein Betreuungsschlüssel (Anzahl der qualifizierten Betreuer/innen, die für eine bestimmte Anzahl von Teilnehmer/innen eingesetzt werden müssen) vorgesehen. Die Durchsicht der Förderanträge der letzten Jahre ergab, dass mehr als die Hälfte der Betreuer/innen auf Ferienfahrten über keine geeignete Qualifikation zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen verfügen. Um die Qualität der Betreuung von Kindern und Jugendlichen zu sichern, wird ein verbindlicher Betreuungsschlüssel definiert. Der Mindestschlüssel für förderungswürdige Fahrten beträgt eine/n ausgebildete Jugendleiter/in oder pädagogisch ausgebildete Fachkraft auf 10 Teilnehmer/innen unter 18 Jahren.

 

Zu 1.6. Freiwilligkeit der Teilnahme als Grundsatz für förderungswürdige Maßnahmen

 

Dieser Absatz weist darauf hin, dass Maßnahmen, die in Kooperationen mit Schule oder in der Schule durchgeführt werden, dem Grundsatz der Freiwilligkeit nach § 11 SGB VIII unterliegen.

 

Zu 1.7. Eignung der Betreuungspersonen und Prävention sexueller Gewalt

 

Im Rahmen der Modifizierung des Bundeskinderschutzgesetzes muss über die Eignung der Betreuungskräfte in besonderem Maße nachgedacht werden. Jugendämter sind angehalten, mit Trägern der Jugendarbeit Vereinbarungen zur Sicherstellung des Tätigkeitsausschlusses einschlägig vorbestrafter Personen zu schließen. Führungszeugnisse tragen allerdings nur bedingt zur Prävention sexueller Gewalt bei. Notwendig ist vielmehr ein Gesamtkonzept zum Schutze der Kinder und Jugendlichen. Vereine und Verbände müssen sich daher verpflichten, Betreuer/innen über den Umgang mit Verdachtsfällen zu informieren und alles in ihren Kräften stehende zu tun, um Missbrauch und Gewalt an Kindern und Jugendlichen zu verhindern.

 

Zu 3.1. – 3.4. Förderung der dokumentierten Vor- und Nachbereitung einer Ferienfahrt

 

Vor- und Nachbereitung sind für die pädagogische Qualität von Ferienfahrten, Studienfahrten und den internationalen Jugendbegegungen bedeutsam. In den neuen Förderrichtlinien sollen diese Vor- und Nachbereitungen daher finanziell gefördert werden. Da eine internationale Jugendbegegnung deutlich vorbereitungsintensiver ist, wird diese mit einem erhöhten Satz (siehe 3.4.) gefördert.

 

Zu 3.7. Förderung der Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen

 

Das gemeinsame Erleben und Erfahren auf einer Ferienfahrt, Studienfahrt oder internationaler Jugendbegegnung soll Vorurteile abbauen. Anstatt Kindern und Jugendlichen mit Behinderung eine Sonderrolle aufzuerlegen, soll ein Miteinander von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung ermöglicht werden. Der Zuschuss soll dem erhöhten Betreuungsaufwand von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung und den damit verbundenen Kosten dienen.

 

Zu 3.9. Förderung der Jugendkonferenz

 

Bisher ist es eine ungeschriebene Praxis, dass die Kassen der Jugendkonferenzen jährlich durch die Kreisjugendpflege oder den Kreisjugendring Stade e.V. geprüft werden. In den neuen Förderrichtlinien wird dies als Grundbedingung festgelegt. Bei der regelmäßigen Prüfung der Kassen ist in den letzten Jahren bei einigen Jugendkonferenzen ein erhöhtes Sparvolumen entdeckt worden. Dieses Sparvolumen lässt sich nicht immer mit einer guten und sparsamen Verwaltung der Finanzmittel erklären. In einigen Fällen liegt das Sparvolumen auch an der Inaktivität der Jugendkonferenzen. Die neuen Förderrichtlinien sehen vor, dass ab einer bestimmten Rücklagenhöhe zur jährlichen Mittelanforderung beim Landkreis Stade eine schriftliche Erklärung über den Verwendungszweck angegeben werden muss und der Landkreis in unzureichend begründeten Fällen die Bezuschussung aussetzen oder reduzieren kann.

 

Zu 4. Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

 

Beteiligungsprojekte werden nicht mehr als separater Gliederungspunkt aufgeführt, sondern werden unter dem Gliederungspunkt „sonstige Maßnahmen“ als besonders förderungswürdig erwähnt.

Anlage/n:

Anlage/n:

 

Geänderte Fassung der Fördergrundsätze

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 2013-02-01 Fördergrundsätze_3 (146 KB) PDF-Dokument (130 KB)