Landkreis Stade

Inhalt

Vorlage - 2012/0172  

Betreff: Förderung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft durch die Anlage von Blüh- und Huderstreifen;
Abschluss einer Vereinbarung zwischen dem Landkreis Stade, der Jägerschaft des Landkreises Stade e.V. und dem Kreisbauernverband Stade e.V. zur Verwendung von Jagdsteuermitteln
Status:öffentlichVorlage-Art:Sitzungsvorlage
Berichterstatter/in:KBR Bode
Federführend:Naturschutzamt Bearbeiter/-in: Seggermann, Uwe
Beratungsfolge:
Ausschuss für Regionalplanung und Umweltfragen Beratung
21.11.2012 
Sitzung des Ausschusses für Regionalplanung und Umweltfragen ungeändert beschlossen   
Kreisausschuss Entscheidung
Anlagen:
Vereinbarung über die Förderung von Blüh- und Huderstreifen  

Der Ausschuss befürwortet die Unterzeichnung der vorgelegten Vereinbarung

Beschlussvorschlag:

Dem Abschluss der Vereinbarung zwischen dem Landkreis Stade, der Jägerschaft Stade und dem Kreisbauernverband zur Verwendung der Jagdsteuermitteln wird zugestimmt.

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Die zunehmende Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung führt mittelfristig zu einer Artenverarmung der Feldflur. So sind schon heute drastische Bestandsrückgänge bei Indikatorarten wie dem Rebhuhn und der Feldlerche festzustellen. Dies liegt u. a. auch daran, dass entsprechende Nahrung (Sämereien und Insekten) für die Arten fehlt.

 

Die Aktion „Förderung von Blüh- und Huderstreifen“ soll ein Verbundnetz artenreicher Wegeränder und Brachflächen als Lebensraum für wild lebende Tiere und Pflanzen schaffen. In der intensiv genutzten Landschaft fehlen im Sommer blühende Wildpflanzen. Deshalb ist bereits die Hälfte aller bekannten Wildbienenarten vom Aussterben bedroht. Mehrjährige Blühflächen bieten außerdem Äsung und Deckung für Wildtiere wie Hasen, Rebhühner und Feldlerchen. Ein Netz von Blühstreifen in der Landschaft hat viele weitere Vorteile:

 

-               Blühstreifen bieten Insekten das gesamte Jahr über Nahrung

-               Blühstreifen beherbergen eine Vielzahl von Tierarten, die als Schädlingsvertilger nützlich für die Landwirtschaft sind wie beispielsweise der Marienkäfer

-               Blühstreifen schützen abschüssige Flächen vor Erosion

-               Blühstreifen bereichern das Landschaftsbild

-               Blühstreifen vernetzen in der Landschaft verschiedene Biotope

-               Blühstreifen dienen dem Gewässerschutz

-               Blühstreifen bestehen aus Kräutern, die auch in der kalten Jahreszeit Nahrung, Unterschlupf und Schutz vor Kälte bieten, beispielsweise für Vogelarten wie das bedrohte Rebhuhn.

 

Mit der Bereitstellung von Mitteln aus der Jagdsteuer soll insbesondere die Jägerschaft des Landkreises Stade in die Lage versetzt werden, derartige Flächen anzulegen. Als Flächen kommen Wegeränder sowie Pufferflächen zu Gewässern und auch schlecht zu bewirtschaftende Agrarflächen wie Buchten, Spitzen und Eckstücke in Frage. Monotone Grünflächen vor Gebäuden und um Gewerbe- und Industrieanlagen im Außenbereich können ebenfalls aufgewertet werden.

 

Unter gewissen Umständen können diese Flächen auch als Kompensation für Eingriffe in Natur und Landschaft anerkannt werden. Dies hat den großen Vorteil, dass auf agrarstrukturelle Belange Rücksicht genommen werden kann.

 

Es ist geplant, eine Broschüre zu diesem Thema zu erstellen, die u. a. an politische Vertreter, Jagdgenossenschaften und Jagdpächter verteilt werden soll. Diese Broschüre entsteht unter Mitwirkung von Städte- und Gemeindebund, Kreisbauernverband Stade, Zentralverband der Eigenjagden und Jagdgenossenschaften, Kreisimkerverein, BUND und Jägerschaft Stade. Die Finanzierung erfolgt aus den Mitteln des Naturschutzfonds.

 

Im Jahre 2013 könnten so die ersten Blühstreifen angelegt werden.

 

Die Vereinbarung wurde in Zusammenarbeit mit dem Kreisbauernverband und der Kreisjägerschaft erarbeitet. Das Naturschutzamt wird federführend die Aktion begleiten. Die Finanzierung erfolgt durch Verwendung den tatsächlichen Erträgen aus der Jagdsteuer (nach Abzug der Verwaltungskosten), sodass ca. 35.000,-€ jährlich zur Verfügung stehen könnten.

Anlage/n:

Anlage/n:

 

Vereinbarung über die Förderung von Blüh- und Huderstreifen

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Vereinbarung über die Förderung von Blüh- und Huderstreifen (14 KB)