Landkreis Stade

Inhalt

Vorlage - 2012/0171  

Betreff: Schutzprogramm für Wiesenvögel im Vogelschutzgebiet V 18 Unterelbe - Prädationsmanagement
Status:öffentlichVorlage-Art:Sitzungsvorlage
Berichterstatter/in:KBR Bode
Federführend:Naturschutzamt Bearbeiter/-in: Seggermann, Uwe
Beratungsfolge:
Ausschuss für Regionalplanung und Umweltfragen Entscheidung
21.11.2012 
Sitzung des Ausschusses für Regionalplanung und Umweltfragen ungeändert beschlossen   

Der Ausschuss befürwortet das Schutzprogramm und die Schaffung einer auf 5 Jahre befristeten Stelle ab dem 01

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss befürwortet die Teilnahme am Schutzprogramm für Wiesenbrüter (Prädationsmanagement) sowie die Schaffung einer auf 5 Jahre befristeten Stelle ab dem 01.01.2013.

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Durch den Deichbau in den siebziger Jahren wurde es möglich, im Bereich Kehdingen das Grünland in Ackerland umzuwandeln. Dadurch ergab sich die Notwendigkeit, die letzten Grünlandstandorte für Naturschutzzwecke zu sichern. Dies erfolgte über Ankäufe (WSA, Land und Landkreis) im Bereich Nordkehdingen. In den Gebieten Krautsand und Asseler Sand, konnte auf Domänenflächen das Grünland erhalten werden. Insgesamt werden zurzeit ca. 2.340 ha als Naturschutzflächen und ca. 1.000 ha als Domänenflächen (mit Bewirtschaftungsauflagen) bewirtschaftet. Durch diese Maßnahmen konnten die Wiesenbrüterbestände zum Teil stabilisiert werden. Weitere notwendige Maßnahmen, wie z. B. die Anhebung der Wasserstände im Frühjahr, wurden umgesetzt bzw. sind in Planung (Life-Projekt „Wiesenvögel“/“Integrierter Bewirtschaftungsplan Elbe“, Kompensationsmaßnahmen der letzten Fahrrinnenanpassung). Eine wesentliche Steigerung des Bruterfolges konnte jedoch bisher nicht erreicht werden. Dies liegt insbesondere an Gelegen- und Kükenverlusten (zum Teil bis zu 80%) während der Nacht durch Beutegreifer (der Beweis ist durch Thermologger erbracht worden).

 

Folgende Beutegreiferarten kommen vor: Fuchs, Dachs, Marderhund, Waschbär, Iltis, Mink, Steinmarder, großes und kleines Wiesel und Wanderratten.

 

Die Revierinhaber im Gebiet versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, den Prädatorenbestand niedrig zu halten. Deshalb wurde schon vor Jahren insbesondere beim Fuchs reagiert. Viele Revierinhaber sind damit einverstanden, von revierfremden Jägern unterstützt zu werden. Weiterhin sind Lebendfangfallen konstruiert worden, die den Fang per Handy melden. Dies hat den großen Vorteil, dass die tägliche Kontrolle der Fallen und die damit verbundenen Störungen des Gebietes entfallen. Aufgrund der besonderen Gegebenheiten der Landschaft, insbesondere durch riesige Schilfflächen und große unzugängliche Wirtschaftsflächen, bringt der bisherige ehrgeizige ehrenamtliche Einsatz nur mäßigen Erfolg. Die notwendige intensive Kontrolle auf alle Prädatoren ist ehrenamtlich personell und materiell in dem ca. 10.000 ha großen Vogelschutzgebiet nicht zu leisten.

 

Insbesondere der Brutbestand von Kampfläufer und Lachseeschwalbe, die jeweils die einzigen Bestände in ganz Niedersachsen bilden, erfordert ein entschlossenes Handeln. In diesem Jahr hielten sich bis zu 50 Kampfläufer im Gebiet auf; es ist von mindestens zwei Brutpaaren auszugehen. Die Hauptbrutkolonie der Lachseeschwalbe hat sich nach Schleswig-Holstein verlagert. Im Gebiet sind noch mindestens acht Bruten anzutreffen. Die Vögel der Brutkolonie in Schleswig-Holstein sind oft bei der Futtersuche im Vogelschutzgebiet anzutreffen, so dass zu vermuten ist, dass bei günstigen Bedingungen die Brutpaaranzahl deutlich erhöht werden kann. Der Bestand vom Wachtelkönig (40 rufende Männchen) zeigt die Bedeutung des Gebietes und die Notwendigkeit des Handelns.

 

Um das Schutzprogramm für Kampfläufer, die Lachseeschwalbe u. a. Wiesenbrüter umsetzen zu können, ist geplant einen Fachmann einzusetzen, der die Revierinhaber berät und sich aktiv für die Prädatorenkontrolle einsetzt (Prädationsmanagement).

 

Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz hat sich bereit erklärt, das Schutzprogramm für 5 Jahre mit jährlich 40.000 € (Personal) zu finanzieren. Einmalig sind 30.000 € für die Anschaffung für die Infrastruktur (Fallen und ähnliches) bereit- gestellt worden. Der Ausschuss für Regionalplanung und Umweltfragen wurde in den Sitzungen am 14.03.2012 und am 27.06.2012 informiert, dass dieses Projekt aus dem Naturschutzfonds mit finanziert werden soll. In der Beiratsitzung des Naturschutzfonds am 21.05.2012 wurde das Schutzprogramm ebenfalls befürwortet. Für 5 Jahre stehen damit die entsprechenden Mittel zur Verfügung.