Landkreis Stade

Inhalt

Vorlage - 2020/1371  

Betreff: Organisation von Spracherwerbsfördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler durch den Landkreis Stade
Status:öffentlichVorlage-Art:Sitzungsvorlage
Berichterstatter/in:EKR Heinze
Federführend:Amt für Wirtschaft, Verkehr und Schulen Bearbeiter/-in: Baak, Kai-Ulrich
Beratungsfolge:
Ausschuss für Schule und Bildung Entscheidung
20.02.2020 
Sitzung des Ausschusses für Schule und Bildung ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Auswertung Spracherwerbsförderung 2019  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

Die Spracherwerbsfördermaßnahmen im Landkreis Stade werden wie vorgeschlagen fortgesetzt.

 

 

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Seit November 2011 werden an den Schulen im Landkreis Stade Spracherwerbsfördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse angeboten.

 

In den Jahren 2011 bis 2014 erfolgte die Finanzierung der Spracherwerbsfördermaßnahmen aus den so genannten Sondermitteln des Bildungs- und Teilhabepakets. Nachdem diese vom Bund zeitlich befristet zur Verfügung gestellten Sondermittel im Jahr 2014 aufgebraucht wurden, wurden Spracherwerbsfördermaßnahmen durch Haushaltsmittel des Landkreises Stade im Jahr 2015 in Höhe von 300.000 EUR fortgesetzt und im Jahr 2016 in Höhe von bis zu 400.000 EUR fortgesetzt. Es war gleichwohl konsensuale Auffassung, dass die Spracherwerbsförderung im Rahmen der Schulpflicht eine originäre Aufgabe des Landes Niedersachsen ist. Der Landkreis tritt hierfür als freiwillige Aufgabe ein, weil die vom Land zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht ausreichen, die Aufgabe befriedigend erfüllen zu können. Gespräche mit dem Kultusministerium hinsichtlich einer finanziellen Unterstützung blieben erfolglos. Das Kultusministerium hatte stattdessen eine Bündelung der Individualmittel angeregt, die sich aus dem Bildungs-und Teilhabepaket (BuT) realisieren lassen, in die Sprachförderung einfließen zu lassen.

 

Eine Bündelung der Individualmittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket hat sich seit dem Jahr 2017 als ein erfolgversprechender Weg herausgestellt und es werden diesbezüglich praktikable Wege durch die Kreisverwaltung und das Jobcenter umgesetzt.

 

Seit dem Haushalt 2017 ist der Ausgabeansatz für die Spracherwerbsförderung wieder durchgängig mit einer Höhe von 300.000 EUR eingeplant. Es werden Haushaltsvermerke aufgenommen, dass Erträge aus der Bündelung der Individualmittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für zusätzliche Aufwendungen zur Verfügung stehen.

 

Als Arbeitsgrundlage für die Spracherwerbsförderung dient das „Konzept für durch den Landkreis Stade finanzierte Maßnahmen zur Spracherwerbsförderung“. Das Konzept wurde in der Sitzung des Ausschusses für Schule und Bildung am 24.02.2015 vorgestellt. Die Maßnahmen zur Spracherwerbsförderung laufen weiterhin sehr erfolgreich. Die Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde, den beauftragten Bildungsträgern und den betroffenen Schulen ist als sehr gut zu bezeichnen. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erlernen nicht nur die deutsche Sprache, sondern gewinnen an Selbstwertgefühl, haben Spaß am Lernen und können sich wesentlich schneller und besser integrieren.

 

Die Auswertung der Spracherwerbsförderung für das Jahr 2019 hat gezeigt, dass derzeit rd. 58% der geförderten Schülerinnen und Schüler aus Flüchtlingsregionen (hauptsächlich Syrien, Afghanistan und Irak) stammen. Aus nicht Flüchtlingsregionen stammen 42% der Schülerinnen und Schüler. Die meisten dieser Kinder kommen aus osteuropäischen Ländern wie Polen (20%), den Balkanstaaten (14 %) und Bulgarien (13 %), gefolgt von den Kindern aus Russland und der Ukraine (zusammen 12 %), aus Rumänien (9%), aus den GIPS-Staaten (Griechenland, Italien, Portugal, Spanien) (6 %) und den afrikanischen Ländern (5%).

 

Unabhängig eines weiteren Zuzugs von Flüchtlingen wird der Bedarf an Spracherwerbsförderung im Landkreis Stade groß bleiben. Die bewährte Zusammenarbeit mit den Bildungsträgern vor Ort (Volkshochschulen Stade und Buxtehude) sowie der Niedersächsischen Landesschulbehörde unter Zugrundelegung des mit allen Partnern gemeinsam erarbeiteten Konzeptes sollte fortgesetzt werden und garantiert ein weiterhin erfolgreiches Arbeiten in der Spracherwerbsförderung zum Wohl der betroffenen Schülerinnen und Schüler.

 

Die abschließende Abrechnung der Spracherwerbsfördermaßnahmen für das Jahr 2019 konnte zwischenzeitlich erfolgen. Insgesamt wurden rd. 325.000 EUR für die Spracherwerbsfördermaßnahmen verausgabt. Durch die Bündelung der Individualmittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket wird eine Gegenfinanzierung in Höhe von rd. 200.000 EU erreicht werden. Aus den allgemeinen Haushaltsmitteln des Landkreises verblieb somit ein Anteil in Höhe von rd. 125.000 EUR für das Jahr 2019.

 

Der Ausschuss für Schule und Bildung hatte zuletzt in seiner Sitzung am 18.04.2018 beschlossen, die Spracherwerbsfördermaßnahmen im Landkreis Stade in den Jahren 2019 und 2020 fortzusetzen (Vorlage 2018/1046). Um eine Kontinuität und Planungssicherheit in der Organisation der Spracherwerbsförderung für alle Beteiligten zu gewährleisten, wird vorgeschlagen, in den Folgejahren wieder einen Betrag in Höhe von jeweils 300.000 EUR in den Haushalt einzustellen. Damit korrespondierend ist wie bisher eine halbe Personalstelle (Entgeltgruppe 8) für die Koordination dieser Spracherwerbsförderung vorzusehen.

 

Es sind wieder Haushaltsvermerke aufzunehmen, dass Erträge aus der Bündelung der Individualmittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für zusätzliche Aufwendungen zur Verfügung stehen. Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass es zu einer reinen Nettobelastung für den allgemeinen Haushalt in ähnlicher Höhe wie im Jahr 2019 kommen wird.

 

Die Auswertungen über die Spracherwerbsfördermaßnahmen werden in regelmäßigen Abständen im Ausschuss für Schule und Bildung vorgestellt und evaluiert.

 

 

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Anlage/n:

 

Auswertung der Spracherwerbsfördermaßnahmen 2019

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Auswertung Spracherwerbsförderung 2019 (869 KB)