Landkreis Stade

Inhalt

Vorlage - 2019/1282  

Betreff: Projekt "Hüteschafbeweidung Kehdinger Moore"
Status:öffentlichVorlage-Art:Sitzungsvorlage
Berichterstatter/in:KBR'in Pönitz
Federführend:Naturschutzamt Bearbeiter/-in: Hellwege, Anja
Beratungsfolge:
Ausschuss für Regionalplanung und Umweltfragen Kenntnisnahme
28.08.2019 
Sitzung des Ausschusses für Regionalplanung und Umweltfragen zur Kenntnis genommen   

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Beschlussvorschlag:

Das Projekt wird zur Kenntnis genommen.  

 

 

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Sachverhalt:

Mit Datum vom 20.12.2018 wurde dem Landkreis Stade aus Mitteln der Förderrichtlinie EELA (Erhalt und Entwicklung von Lebensräumen und Arten) ein Projekt zum Aufbau einer Hüteschafbeweidung zur Entwicklung der Kehdinger Moore bewilligt.

 

Ziel des Projekts ist die Herstellung der notwendigen Infrastruktur, um die Kehdinger Moore durch Hüteschafbeweidung mit der vom Aussterben bedrohte Haustierrasse „Weiße hornlose Heidschnucke“ (= Moorschnucke) zu erhalten und zu entwickeln. Zentrale Maßnahmen sind:

  • Der ca. 17 km lange Moordamm, der alle Moore des Projektgebietes verbindet (sogenannte Scheidung) soll als zentrale Achse des Triftwegesystems durchgängig gestaltet werden.
  • Es soll eine komplette Schäferei in Ergänzung zum vorhandenen Naturbildungsprojekt „Moorkieker“ und „Moorhaus“ an touristisch interessantem Standort am Torfwerk der EUFLOR-Humuswerke eingerichtet werden.
  • Beweidbare Flächen sollen für das Projekt grundlegend Instand gesetzt werden.

 

Mit den Maßnahmen sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um einen Schäferhof in der notwendigen Größenordnung zu etablieren und ihm eine dauerhafte Existenz als Landschaftspflegebetrieb zu ermöglichen.

 

Die beantragten Maßnahmen folgen den Vorschlägen einer Machbarkeitsstudie der agnl (Arbeitsgruppe für Naturschutz und Landschaftspflege) von 2012[1] (Projektförderung durch die EU und das Land Niedersachsen). Die agnl verfügt über langjährige Erfahrungen mit der Schafbeweidung in der Diepholzer Moorniederung. Ergebnis der Studie ist, dass mit Hilfe der Hüteschafbeweidung der Status Quo der Flächen erhalten und ökologisch verbessert werden kann, insbesondere dort, wo die Maßnahmen zur Wiedervernässung allein nicht ausreichen.

 

Eine gebietsspezifische Herausforderung liegt in der Zersplitterung der Beweidungsteilgebiete, die über den Ausbau der sog. Scheidung zu einem Triftweg miteinander verbunden werden sollen.

Von der Landwirtschaftskammer Hannover liegt ein aktuelles Gutachten vor, was die Tragfähigkeit dieses Konzeptes für einen Schäferhof bescheinigt. Ein Schäfer in der Region ist sehr interessiert, die Hüteschafhaltung im Projektgebiet aufzubauen und durchzuführen. Die Schäferei soll sich durch Flächenprämien und Vermarktung finanzieren, sodass dem Landkreis langfristig hier keine Kosten entstehen.

 

Der geplante Standort für die Einrichtung einer Schäferei soll im Bereich der EUFLOR-Humuswerke liegen. Die folgenden Gründe sprechen für diesen Standort:

  • Die Zentrale Lage zu den Beweidungsflächen.
  • Die gute Erreichbarkeit über die asphaltierte EUFLOR Werkszufahrt und über eine Kreisstraße.
  • Die EUFLOR Humuswerke stellen unentgeltlich den Baugrund mit Eintragung einer Baulast zu Gunsten des Landkreises Stade zur Verfügung.
  • Die Anschlüsse an Strom und Frischwasser sind vorhanden.
  • Der Anknüpfungspunkt an das Umweltbildungs-Projekt Moorkieker (Moorbahn und Moorhaus) (www.moorkiekerbahn.de) kann genutzt werden.
  • Damit ist ebenso ein günstiger Anlaufpunkt für begleitende Öffentlichkeitsarbeit im Hüteschafprojekt gegeben.
  • Die gute Herrichtbarkeit für ein barrierefreies Heranführen an das Projekt für interessierte Besuchergruppen als Ergänzung zum Moorkieker-Projekt.

 

Das Projekt ist nicht statisch angelegt. Weitere lagerichtige Flächen können dem Projekt fortlaufend angegliedert werden. Die Schäferei kann dabei z.B. als Dienstleister für die Flächenpflege von Kompensationsflächen dienen. Die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten hat bereits Interesse bekundet, da sie angrenzend ans Wasserkruger Moor die Einrichtung einer ca. 25 ha großen Poolfläche plant.

 

Naturschutzfachliche Vorgaben werden zusammen mit dem Schäfer in einem jährlichen Beweidungsplan festgehalten.

 

 


[1] agnl-Arbeitsgruppe für Naturschutz und Landschaftspflege: Schafbeweidung in den Kehdinger Mooren und Barger Heide – Konzepterstellung mit Prüfung einer möglichen Umsetzung im Landkreis Stade und angrenzenden Bereichen. Wagenfeld-Ströhen, Oktober 2012.

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