Landkreis Stade

Inhalt

Auszug - ARTIE Regionales Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung; Bericht aus der Arbeit des Transferzentrums Elbe-Weser (TZEW)  

Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Tourismus
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Tourismus Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 06.02.2013 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 8:30 - 10:40 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Am Sande 2, 21682 Stade
2013/0196 ARTIE Regionales Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung;
Bericht aus der Arbeit des Transferzentrums Elbe-Weser (TZEW)
     
 
Status:öffentlich  
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis

Vorsitzender Ehlers begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herrn Engelke-Denker, Leiter des Transferzentrums Elbe-Weser (TZEW).

 

Herr Engelke-Denker informiert darüber, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen immer stärker davon abhängt, wie die regionalen Akteure in der Lage sind, sich an die veränderte globale Situation anzupassen. Aus diesem Grunde hat die Landschaft der Herzogtümer Bremen und Verden bereits 1999 die "Arbeitsgemeinschaft Technologie- und Innovationsförderung Elbe-Weser Retion" (ARTIE) ins Leben gerufen. Auch der Landkreis Stade ist seit Beginn Partner in dieser Arbeitsgemeinschaft. Die  verbundenen Landkreise, Städte und Gemeinden stehen sich als regionales Netzwerk zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Region und hat das TZEW mit der Betreuung der Unternehmen beauftragt.

 

Herr Engelke-Denker führt anhand des beigefügten Vortrages (siehe Anlage 1) aus, dass sich das Wissen der Menschheit in immer kürzeren Abständen verdoppelt (Wissensexplosion) und dass Wissensgewinnung, -speicherung und -verarbeitung im globalen Wettbewerb zu zentralen Erfolgsfaktoren werden. Das TZEW hat festgestellt, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU)  aufgrund begrenzter Ressourcen nicht in der Lage sind, eine eigene Abteilung für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten vorzuhalten. Herr Engelke-Denker erklärt, dass an dieser Stelle das regionale Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung seine Dienstleistungen im Rahmen der ergänzenden kommunalen Wirtschaftsförderung anbietet. Konkret nennt er folgende Aufgaben:

- Unternehmen für das Thema Innovationen und Möglichkeiten des Wissens- und Technologietransfers sensibilisieren,

- konkrete Lösungsansätze bei Fragestellungen der Unternehmen anbieten, auch bezogen auf mögliche neue Geschäftsfelder,

- den richtigen Lösungspartner vermitteln (z. B. Hochschule, Kompetenzzentren, andere Unternehmen) sowie

- Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln und Bearbeitung von Förderanträgen.

 

Herr Engelke-Denker betont, dass übewiegend Unternehmen mit 10 bis 50 Mitarbeitern aus dem Bereich des verarbeitenden Gewerbes die beschriebenen Serviceleistungen in Anspruch nehmen. Der Service ist für die Unternehmen für 10 Tagewerke kostenfrei. Im Anschluss daran sind die Unternehmen in der Regel in der Lage, entweder die festgestellten Probleme und definierten Ziele selbst zu lösen bzw. zu entwickeln, oder einen Vertrag mit einem entsprechenden Lösungspartner abzuschließen.

 

Sodann stellt Herr Engelke-Denker diverse Praxisbeispiele kurz vor.

 

Eine vom TZEW durchgeführte Evaluation ermöglicht den kommunalen Wirtschaftsförderungen unter anderem einen Überblick darüber, dass die Zielgruppe der KMU erreicht wird, welchen Nutzen die Beratung für die Unternehmen hat(te) und auch über die Kundenzufriedenheit. In diesem Zusammenhang weist Herr Engelke-Denker darauf hin, dass das Projekt im Rahmen des Regionalisierten Teilbudgets (RTB) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zu 75 % gefördert wird. Die Ko-Finanzierung in Höhe von 25 % stellen die Mitglieder der ARTIE, also anteilig auch der Landkreis Stade, sicher.

 

Vorsitzender Ehlers dankt Herrn Engelke-Denker für den informativen Vortrag und eröffnet die Diskussionsrunde.

 

Kreistagsabgeordneter Kusserow (CDU-Fraktion) begrüßt das Beratungsangebot im Landkreis Stade, aber er vertritt auch die Auffassung, dass vor allem die größeren Unternehmen auch finanzielle Ressourcen in die Weiterentwicklung ihres Betriebes investieren sollten. Herr Engelke-Denker teilt darauf hin mit, dass die Begleitung der Unternehmen so lange erfolgt, wie es der Einzelfall erfordert und dass gerade bei größeren Unternehmen im Durchschnitt zwei bis drei Tage ausreichend sind, um eine entsprechende Kontaktvermittlung zu einem Lösungspartner herzustellen.

 

Kreistagsabgeordneter Steffen (CDU-Fraktion) versteht die Serviceleistung der ARTIE als ideale Ergänzung zu den Beratungsangeboten vor Ort. Die Praxisbeispiele machen deutlich, in welchen vielschichtigen Bereichen und Branchen Beratungsbedarf besteht. Mit Blick auf die Förderperiode ab 2014 sieht Kreistagsabgeordneter Steffen (CDU-Fraktion) gute Chancen für eine weitere Förderung. Dieses bestätigt Erster Kreisrat Dr. Lantz, da der Schwerpunkt "Innovation" bereits in der aktuellen Förderperiode auf europäischer Basis einen Sonderstatus innehat. Erster Kreisrat Dr. Lantz erklärt, dass die Europäische Union zumindest bisher dem Konvergenzgebiet ganz bewußt Fördermittel für diesen Bereich zugewiesen hat, um Unternehmen bei der Entwicklung innovativer Strategien und konkrete Handlungsansätze zu unterstützen.

 

Kreistagsabgeordneter Koch-Böhnke (DIE LINKE.) sieht die Fördergelder grundsätzlich gut angelegt, da insbesondere kleine Unternehmen davon profitieren. Er hält es jedoch für bedenklich, dass auch größere Unternehmen einen Zugang zu den kostenfreien Beratungen haben. Auch hinzugewähltes Mitglied Pusswald gibt zu Bedenken, dass es größeren Unternehmen wert sein müsste, für die in Anspruch genommene Leistung eine entsprechende Vergütung zu zahlen. Herr Engelke-Denker erklärt, dass dieses im Rahmen der Förderung ausgeschlossen ist, da alle KMU gemäß der Förderrichtlinie gleichermaßen von dem Angebot profitieren sollen. Kreistagsabgeordneter Steffen (CDU-Fraktion) verweist in diesem Zusammenhang auf die europäische Definition für KMU; danach ist ein Unternehmen bis zu 249 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. EUR.

 

Kreistagsabgeordnete Bade (SPD-Fraktion) bedankt sich für die geleistete Arbeit durch das TZEW und für die Ausführungen von Herrn Engelke-Denker und sieht eine Notwendigkeit, das Projekt für die Zukunft zu sichern.

 

Ausschussvorsitzender Ehlers dankt Herrn Engelke-Denker für die Ausführungen und teilt mit, dass die weitere Arbeit des TZEW seitens des Ausschusses positiv begleitet wird.


 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Vortrag_Engelke_Denker_Anlage_Protokoll (6780 KB)