Landkreis Stade

Inhalt

Auszug - Organisation von Sprachfördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler durch den Landkreis Stade  

Sitzung des Ausschusses für Schule und Bildung
TOP: Ö 6
Gremium: Ausschuss für Schule und Bildung Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 11.11.2014 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 15:00 - 16:13 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Am Sande 2, 21682 Stade
2014/0383-04 Organisation von Sprachfördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler durch den Landkreis Stade
     
 
Status:öffentlich  
  Bezüglich:
2014/0383
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis

Erster Kreisrat Dr. Lantz berichtet, dass aufgrund des Beschlusses des Kreisausschusses vom 06.10.2014 das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angeschrieben wurde. Das Antwortschreiben des BAMF vom 30.10.2014 ist dem Protokoll beigefügt. Danach ist das BAMF nicht für Kinder im schulpflichtigen Alter zuständig. Die vom BAMF benannten Projektförderungen bieten keine inhaltlichen Anknüpfungspunkte für die Spracherwerbsförderung.

Des Weiteren war ein Gespräch in Hannover mit Landrat Roesberg, den Landtagsabgeordneten sowie Kultusministerin Heiligenstadt geplant. Das Gespräch konnte allerdings nicht stattfinden, jedoch gibt es Signale, dass die Anfragen des Landkreises dort ernst genommen werden.

Der Auftrag des Kreisausschusses, ein Konzept mit der Landesschulbehörde und den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zu erarbeiten, wurde in der Konferenz der Hauptverwaltungsbeamten im Landkreis Stade diskutiert. Aufgrund der Komplexität bei der Organisation und evtl. Beschlussfassungen wird aber von der einer finanziellen Beteiligung der kreisangehörigen Gemeinden abgesehen. Der Landkreis wird die Spracherwerbsförderung alleine durchführen.

 

Seitens der Niedersächsischen Landesschulbehörde berichtet Herr Schwebe, dass viele Schulen Anträge auf Einrichtung von Sprachlernklassen gestellt haben. Es bestehen an den Schulen Schwierigkeiten im Unterricht mit Kindern ohne genügende deutsche Sprachkenntnisse. Verlässliche Zahlen, um wie viele Kinder es sich tatsächlich handelt, fehlen. Bekannt ist, dass an der Hauptschule Thuner Straße in Stade 70 Kinder ohne genügende deutsche Sprachkenntnisse unterrichtet werden, davon acht Kinder eines polnischen Gymnasiums.

 

Es erfolgt ein Austausch über die Unterschiede des deutschen und des polnischen Schulsystems, insbesondere hinsichtlich der in den Sprachen unterschiedlichen Bedeutung des Begriffs "Gymnasium". Konsens bestehend dahingehend, dass für die betroffenen acht polnischen Kinder eine andere Lösung gefunden werden müsste, sofern es sich tatsächlich um Gymnasiasten im Sinne des deutschen Schulsystems handelt.

 

Herr Schwebe geht des Weiteren darauf ein, dass den Schulen schon immer Lehrerstunden für Sprachförderung zugewiesen wurden. Diese Stunden wurden aber vermutlich für andere - ebenso sinnvolle - Fördermaßnahmen der Schulen eingesetzt. Jetzt gibt es aber eine Verschiebung der Prioritäten. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Niedersächsischen Landesschulbehörde, der Kreisverwaltung sowie der Volkshochschulen Stade und Buxtehude, beschäftigt sich mit der Gesamtthematik, u. a. auch mit der Frage des Einsatzes der zugewiesenen Lehrerstunden in den Schulen und der weiteren Organisation der Spracherwerbsförderung.

 

Vorsitzende Biesenbach hebt abschließend die gute Arbeit und die Erfolge in der Sprachförderung hervor und sagt auch weiterhin die Unterstützung des Ausschusses für Schule und Bildung für diese wichtige Aufgabe zu.


 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Antwort BAMF Sprachförderung (351 KB)